Benvenuto Cellini

Benvenuto Cellini
Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Der Goldschmied und Abenteurer.

Benvenuto Cellini war Goldschmied, Bildhauer und autobiografischer Erzähler. Sein „Perseus“ aus Bronze steht auf der Piazza della Signoria in Florenz.

Benvenuto Cellini wurde am 3. November 1500 in Florenz geboren. Sein Vater war Musiker und wollte, dass der Sohn Flötist würde, doch Benvenuto wollte Goldschmied werden und ging als Jugendlicher in die Lehre. Er hatte ein hitziges Temperament, und schon als junger Mann geriet er in Schlägereien und musste die Stadt verlassen.

Er arbeitete in Rom für die Päpste und für reiche Sammler als Goldschmied und Medailleur. Beim „Sacco di Roma“ 1527 beteiligte er sich an der Verteidigung der Engelsburg, und er behauptete selbst, den Befehlshaber der Feinde getötet zu haben, was sich nicht belegen lässt. 1534 tötete er in Rom einen Rivalen, wurde aber vom Papst begnadigt. 1538 wurde er in der Engelsburg inhaftiert, angeklagt, päpstliche Juwelen gestohlen zu haben. Es gelang ihm zu fliehen, doch er wurde erneut ergriffen und erst nach dem Eingreifen von Gönnern freigelassen.

In den Jahren 1540–45 arbeitete er für den französischen König Franz I. Dort schuf er das berühmte Salzfass aus Gold und Emaille, mit dem Meeresgott Neptun und der Erdgöttin, die einander gegenübersitzen. Es befindet sich heute im Kunsthistorischen Museum in Wien. Das Salzfass wurde 2003 gestohlen und drei Jahre später vergraben aufgefunden. Zurück in Florenz arbeitete er für Herzog Cosimo I. de’ Medici. Sein bekanntestes Werk ist die Bronzestatue „Perseus mit dem Haupt der Medusa“, geschaffen 1545–54 und aufgestellt in der Loggia dei Lanzi an der Piazza della Signoria. Der Guss war sehr schwierig, und in seiner Autobiografie beschreibt er dramatisch, wie er seine Zinnteller hineinwarf, damit das Metall floss.

Cellini war ein Virtuose. Er verband die Präzision des Goldschmieds mit dem Gespür des Bildhauers für Bewegung, und seine Figuren sind elegant und reich an Details. Im Alter schrieb er Lehrbücher über Goldschmiedekunst und Bildhauerei sowie eine Autobiografie. Er wurde auch wegen Sexualdelikten verurteilt und eine Zeit lang unter Hausarrest gestellt. Er heiratete spät und bekam Kinder. Er starb 1571 in Florenz.

Die Autobiografie, die erst 1728 veröffentlicht wurde, hat ihn zu einer der lebendigsten Gestalten der Renaissance gemacht. Sie ist voller Prahlerei, Abenteuer und Übertreibungen, gibt aber ein einzigartiges Bild vom Leben eines Künstlers im Italien des 16. Jahrhunderts. Goethe übersetzte sie ins Deutsche.