Eugène Delacroix

Das farbstarke Herz der Romantik.
Delacroix malte dramatische Motive aus Geschichte, Literatur und Gegenwart. Die Reise nach Marokko 1832 verlieh seinen Farben noch mehr Glut.
Eugène Delacroix wurde 1798 in Charenton-Saint-Maurice bei Paris geboren. Sein Vater war Politiker und Diplomat. Einem alten, nie bewiesenen Gerücht zufolge war der leibliche Vater in Wirklichkeit der Diplomat Talleyrand. Delacroix wurde als Jugendlicher Waise. Er studierte bei Pierre-Narcisse Guérin und freundete sich mit Théodore Géricault an, dessen „Floß der Medusa“ ihn stark beeindruckte.
1822 debütierte er im Salon mit „Dante und Vergil in der Unterwelt“, auch „Dantes Nachen“ genannt. Zwei Jahre später erregte „Das Massaker von Chios“ (1824) Aufsehen. Es schildert das Massaker türkischer Truppen an Griechen im griechischen Freiheitskampf. „Der Tod des Sardanapal“ (1827) zeigt einen orientalischen König, der seine Frauen und Pferde töten lässt, bevor er selbst stirbt. Am bekanntesten ist „Die Freiheit führt das Volk“ (1830), in dem eine Frau mit der Trikolore das Volk während der Julirevolution anführt. Alle diese Werke befinden sich im Louvre.
1832 begleitete Delacroix eine französische diplomatische Delegation nach Marokko. Er war hingerissen von Licht, Farben und Gewändern und füllte Skizzenbücher mit Aquarellen. Die Reise lieferte ihm Motive für den Rest seines Lebens, darunter „Die Frauen von Algier“ (1834) im Louvre. Er erhielt auch große Aufträge für öffentliche Gebäude, wie das Deckengemälde in der Galerie d’Apollon im Louvre und Wandmalereien in der Kirche Saint-Sulpice in Paris, darunter „Jakobs Kampf mit dem Engel“.
Delacroix hielt die Farbe für wichtiger als die Linie. Er setzte Farben nebeneinander, sodass sie sich gegenseitig verstärkten, und ließ die Pinselstriche sichtbar. Er wurde zum Anführer der Romantik und zum Gegenpol von Ingres. Er führte ein berühmtes Tagebuch und war ein brillanter Schriftsteller. Zu seinen Freunden zählten der Komponist Frédéric Chopin und die Schriftstellerin George Sand. Er heiratete nie und wurde von seiner treuen Haushälterin versorgt.
Delacroix starb 1863 in Paris. Seine letzte Wohnung und sein Atelier sind heute ein Museum. Die Impressionisten, Van Gogh und die Neoimpressionisten studierten seine Farbbehandlung genau, und Cézanne und Picasso kopierten seine Werke.