Nathalie Djurberg

Die dunklen Märchen der Knetanimation.

Nathalie Djurberg macht Knetanimationsfilme, oft mit Musik von Hans Berg, über Begierde, Gewalt und Scham. 2009 erhielt sie in Venedig einen Silbernen Löwen.

Nathalie Djurberg wurde 1978 in Lysekil an der schwedischen Westküste geboren. Sie studierte Kunst in Göteborg und schloss 2002 die Kunsthochschule in Malmö ab. Sie lebt und arbeitet in Berlin und gehört zu den international meistbeachteten schwedischen Künstlern ihrer Generation.

Sie macht Knetanimationsfilme in Stop-Motion-Technik, bei denen Figuren aus Ton und Plastilin Stück für Stück bewegt und Bild für Bild fotografiert werden. Die Figuren sind deutlich handgemacht, mit Fingerabdrücken und unebenen Oberflächen. Die Filme ähneln Kinderprogrammen oder Märchen, doch der Inhalt ist dunkel: Begierde, Gewalt, Macht, Scham und Angst. Tiere, Frauen und Kinder geraten häufig in Situationen, die zugleich absurd und unangenehm sind, und der Humor macht es noch schwerer, wegzusehen.

Seit 2004 arbeitet sie mit dem Musiker Hans Berg zusammen, der die Musik zu den Filmen macht. Der Ton erzeugt die Stimmung und ist ein wichtiger Teil der Werke. Gemeinsam haben sie große Installationen geschaffen, in denen die Filme zwischen Skulpturen aus Ton, Pflanzen und seltsamen Wesen gezeigt werden.

2009 erhielt Djurberg auf der Biennale von Venedig für die Installation „The Experiment“ einen Silbernen Löwen als vielversprechende junge Künstlerin. Sie hat in großen Museen in Europa und den USA ausgestellt. In den letzten Jahren hat das Duo auch mit Virtual Reality gearbeitet. Ihre Werke haben dazu beigetragen, dass die Animation als Kunstform ernst genommen wird.