Viking Eggeling

Abstrakter Film und Rhythmus.
Viking Eggeling aus Lund gehörte der Dada-Bewegung in Zürich an und schuf einen der ersten abstrakten Filme, die „Diagonal-Symphonie“.
Viking Eggeling wurde 1880 in Lund geboren. Als Jugendlicher verließ er Schweden. Er arbeitete unter anderem als Buchhalter in Deutschland, der Schweiz und Italien und studierte nebenbei Kunst, größtenteils auf eigene Faust.
1911 kam er nach Paris. Dort verkehrte er mit Künstlern der Avantgarde, darunter Amedeo Modigliani und Hans Arp. Während des Ersten Weltkriegs wohnte er in Zürich, wo 1916 die Dada-Bewegung entstand. Er wurde Teil des Dada-Kreises und lernte den deutschen Künstler Hans Richter kennen, der sein engster Mitarbeiter wurde.
Eggeling wollte eine Kunst schaffen, die auf denselben Gesetzen wie die Musik beruht. Seine Idee nannte er den Generalbass der Malerei, nach der Harmonielehre der Musik. Er zeichnete lange Papierrollen, auf denen einfache Formen, Linien und Bögen sich Schritt für Schritt verändern, wie in einem Musikstück. Der Schritt zum Film lag nahe, da der Film die Formen in wirklicher Bewegung zeigen konnte.
In Berlin arbeitete er Anfang der 1920er-Jahre daran, seine Formen in Film zu übertragen. Die Arbeit war mühsam, da jedes Einzelbild gezeichnet und fotografiert werden musste. Das Ergebnis war die „Diagonal-Symphonie“, ein kurzer Film, in dem weiße Linien und Formen sich rhythmisch vor schwarzem Hintergrund bewegen. Sie wurde im Mai 1925 in Berlin öffentlich gezeigt.
Nur wenige Wochen später starb Eggeling im Alter von 44 Jahren. Heute gilt er als einer der Pioniere des abstrakten Films und als einer der wenigen Schweden im Kern des Dadaismus.