Helen Frankenthaler

Die Fleckentechnik des Colour-Field-Painting.
Helen Frankenthaler goss verdünnte Farbe auf ungrundierte Leinwand, sodass sie einsickerte. Die Technik wurde zur Grundlage der Colour-Field-Malerei.
Helen Frankenthaler wurde 1928 in New York geboren. Ihr Vater war Richter im Bundesstaat New York, und die Familie war wohlhabend. Sie studierte am Bennington College in Vermont und nahm danach Unterricht bei dem Maler Hans Hofmann. Über den Kritiker Clement Greenberg, mit dem sie eine Beziehung hatte, kam sie früh in den Kreis um die Abstrakten Expressionisten.
Sie war tief beeindruckt von Jackson Pollocks Leinwänden auf dem Boden. 1952, im Alter von 23 Jahren, malte sie nach einer Reise nach Nova Scotia „Berge und Meer“ (Mountains and Sea). Sie legte eine große ungrundierte Leinwand auf den Boden und goss stark verdünnte Ölfarbe darauf, sodass die Farbe in das Gewebe einsickerte. Das Gemälde zeigt helle, fast aquarellartige Felder in Rosa, Blau und Grün. Das Werk, das einer Stiftung in ihrem Namen gehört, ist als Leihgabe in der National Gallery of Art in Washington.
Die Technik heißt Soak-Stain, etwa „Durchtränkung“. Greenberg brachte die Maler Morris Louis und Kenneth Noland in ihr Atelier, und sie bauten auf der Methode auf. Damit wurde sie zu einer der Begründerinnen der sogenannten Colour-Field-Malerei, in der große Farbflächen selbst das Bild tragen. Ab Anfang der 1960er-Jahre arbeitete sie mit Acrylfarbe, die klarere und schärfere Farben ergab.
1958 heiratete sie den Maler Robert Motherwell. Bis zur Scheidung 1971 waren sie eines der bekanntesten Paare der Kunstwelt. Sie vertrat die USA 1966 auf der Biennale von Venedig. Später arbeitete sie auch viel mit Grafik, besonders mit Holzschnitten.
Frankenthaler starb 2011. Sie gilt als eine der wichtigsten Malerinnen der zweiten Generation der amerikanischen abstrakten Kunst, und ihre Entdeckung, wie Farbe mit der Leinwand verschmelzen kann, veränderte die Malerei nach Pollock.