Johann Heinrich Füssli

Johann Heinrich Füssli
James Northcote, Public domain

Der Maler des Albtraums.

Johann Heinrich Füssli zog von der Schweiz nach London. Sein „Nachtmahr“, mit einem Dämon auf einer schlafenden Frau, wurde über Nacht berühmt.

Johann Heinrich Füssli wurde 1741 in Zürich geboren. Sein Vater war Maler und schrieb über Kunst, wollte aber, dass der Sohn Pfarrer wurde. Füssli wurde ordiniert, doch nachdem er in einer Schrift einen korrupten Beamten angegriffen hatte, musste er die Stadt verlassen. Er reiste nach Deutschland und 1764 weiter nach London, wo er sich Henry Fuseli nannte. Zunächst arbeitete er als Übersetzer und Schriftsteller.

Joshua Reynolds ermunterte ihn, Maler zu werden. Von 1770 bis 1778 lebte Füssli in Rom, wo er Michelangelos Fresken in der Sixtinischen Kapelle studierte. Die kraftvollen, verdrehten Körper beeindruckten ihn. Nach seiner Rückkehr nach London stellte er 1782 den „Nachtmahr“ in der Royal Academy aus. Das Bild zeigt eine schlafende Frau mit einem Dämon auf der Brust und einem gespenstischen Pferdekopf, der hinter einem Vorhang hervorblickt. Das Gemälde wurde zur Sensation und verbreitete sich in Stichen. Die bekannteste Fassung befindet sich im Detroit Institute of Arts.

Füssli schöpfte gern Motive aus Shakespeare, Milton, Dante und der nordischen Mythologie. Er malte Hexen, Geister, Wahnsinn und Schrecken. Die Gestalten sind gelängt und muskulös, das Licht ist theatralisch und die Farben sind dunkel. Er schuf auch unheimliche und erotische Zeichnungen von Frauen mit fantastischen Frisuren. Er beteiligte sich an der Shakespeare Gallery des Verlegers John Boydell und schuf später eine eigene Galerie mit Bildern zu Miltons Dichtung.

1788 heiratete Füssli Sophia Rawlins, die sein Modell war. Er war ein witziger und scharfzüngiger Mann und befreundet mit William Blake und eine Zeit lang mit der Schriftstellerin Mary Wollstonecraft. Er wurde Professor für Malerei an der Royal Academy und später Leiter der Akademieschule und war ein angesehener Lehrer. Er starb 1825 und wurde in der St Paul’s Cathedral beigesetzt.

Füssli war eine Brücke zwischen Klassizismus und Romantik. Sein Interesse an Träumen und am Unbewussten machte ihn zu einem Vorbild für Symbolisten und Surrealisten. Der „Nachtmahr“ ist zu einem der bekanntesten Schreckensbilder der Kunstgeschichte geworden.