Josef Hoffmann

Josef Hoffmann
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Der Leiter der Wiener Werkstätte.

Josef Hoffmann gründete die Wiener Werkstätte und entwarf das Palais Stoclet in Brüssel. Er gehörte zu den Ersten, die strenge Raster im Dekor einsetzten.

Josef Hoffmann wurde 1870 in Pirnitz (heute Brtnice in Tschechien) im damaligen Österreich-Ungarn geboren. Er studierte Architektur an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Otto Wagner, der eine moderne, an neue Bedürfnisse und Materialien angepasste Architektur forderte. Nach dem Studium erhielt er ein Reisestipendium für Italien, wo ihn die einfachen, weiß verputzten Landhäuser faszinierten.

1897 gehörte er zu den Gründern der Wiener Secession, der Künstlergruppe, die mit dem konservativen Kunstbetrieb brach und sich um Gustav Klimt scharte. 1899 wurde er Professor an der Kunstgewerbeschule in Wien und unterrichtete dort fast vierzig Jahre lang. 1903 gründete er gemeinsam mit Koloman Moser und dem Finanzier Fritz Waerndorfer die Wiener Werkstätte, inspiriert von den Werkstätten der Arts-and-Crafts-Bewegung in England. Die Werkstatt fertigte Möbel, Silber, Glas, Schmuck und Textilien von höchster Qualität.

Hoffmanns wichtigste Bauten sind das Sanatorium in Purkersdorf bei Wien von 1904–05 und das Palais Stoclet in Brüssel, das 1905–11 für einen belgischen Bankier errichtet wurde. Das Palais ist ein Gesamtkunstwerk, in dem jedes Detail gestaltet ist, mit einem Mosaikfries von Klimt im Speisezimmer. Es steht seit 2009 auf der UNESCO-Welterbeliste, ist aber in Privatbesitz und der Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Sein Stil ist geometrisch und streng, mit Quadraten, Rastern und Kontrasten in Schwarz und Weiß. Man gab ihm den Spitznamen „Quadratl-Hoffmann“. Später wurden die Formen klassischer und dekorativer. Er entwarf unter anderem den österreichischen Pavillon bei der Ausstellung in Paris 1925 und bei der Biennale von Venedig 1934. Die Wiener Werkstätte ging 1932 in Konkurs.

Hoffmann starb 1956 in Wien. Sein Geburtshaus in Brtnice ist heute ein Museum. Viele seiner Möbel und Gegenstände werden noch immer hergestellt, und er gilt als wichtiges Bindeglied zwischen Jugendstil und Moderne, da seine geometrische Formensprache sowohl das Art déco als auch den Funktionalismus vorwegnahm.