Donald Judd

Donald Judd
Talmoryair, CC BY-SA 4.0

Die Kisten des Minimalismus.

Donald Judd schuf industriell gefertigte Kisten in Reihen und Stapeln und wollte „spezifische Objekte“ ohne Illusion hervorbringen.

Donald Judd wurde 1928 in Excelsior Springs in Missouri geboren. Nach dem Militärdienst in Korea studierte er Philosophie an der Columbia University in New York und Kunst an der Art Students League, später Kunstgeschichte. Mehrere Jahre arbeitete er als Kunstkritiker, und seine scharfen Rezensionen verschafften ihm großen Einfluss.

Er begann als Maler, hielt die Malerei aber für an die Illusion gebunden, da ein Gemälde immer vorgibt, einen Raum zu zeigen, den es nicht gibt. Anfang der 1960er-Jahre wandte er sich dreidimensionalen Werken zu. In dem Essay „Spezifische Objekte“ (Specific Objects) von 1965 beschrieb er eine neue Art von Kunst, die weder Malerei noch Skulptur war, sondern wirkliche Gegenstände in wirklichem Raum. Er mochte das Wort Minimalismus nicht, gilt aber als einer der wichtigsten Künstler der Bewegung.

Judds Werke sind Kisten und Formen aus Industriematerialien wie Aluminium, Stahl, Plexiglas und Sperrholz, oft von Werkstätten nach seinen Zeichnungen gefertigt. Sie sind in Reihen am Boden oder in Stapeln an der Wand angeordnet, mit gleich großen Zwischenräumen, sodass der leere Raum ebenso wichtig wird wie die Formen. Die Farbe ist die des Materials selbst oder eine klare Industriefarbe. Es gibt keine Komposition mit einem Zentrum, keine Symbolik und keine Spuren der Hand.

Ab Anfang der 1970er-Jahre lebte er in Marfa, einer kleinen Stadt in der Wüste von Texas. Dort kaufte er einen stillgelegten Militärstützpunkt und gründete die Chinati Foundation, in der Kunst, Architektur und Landschaft dauerhaft zusammenwirken. Dort befinden sich seine hundert Kisten aus gefrästem Aluminium in zwei ehemaligen Artillerieschuppen und fünfzehn große Betonwerke draußen in der Landschaft. Er entwarf auch Möbel.

Judd starb 1994. Sein Wohnhaus und Atelier in New York und seine Anlagen in Marfa sind heute für Besucher geöffnet. Er hatte große Bedeutung für die spätere Kunst, Architektur und Gestaltung.