Utagawa Kuniyoshi

Utagawa Kuniyoshi
Utagawa Kuniyoshi, Public domain

Krieger, Monster und Katzen.

Utagawa Kuniyoshi schuf dramatische Holzschnitte von Helden, Geistern und riesenhaften Skeletten – und liebte Katzen.

Utagawa Kuniyoshi wurde 1797 oder 1798 in Edo, dem heutigen Tokio, als Sohn eines Seidenfärbers geboren. Als Kind soll er in der Werkstatt des Vaters Musterbücher studiert haben. Um 1811 wurde er Schüler von Utagawa Toyokuni I., einem der führenden Holzschnittkünstler seiner Zeit, doch die ersten Jahre waren schwierig, und lange Zeit bekam er kaum Aufträge.

Der Durchbruch kam um 1827 mit einer Serie von Helden aus dem chinesischen Roman „Die Räuber vom Liang Schan Moor“, auf Japanisch „Suikoden“. Seine muskulösen Krieger mit wilden Tätowierungen kamen beim Publikum an, und bald nannte man ihn den Meister der Kriegerbilder. Zu seinen bekanntesten Werken gehört das in den 1840er-Jahren entstandene Triptychon mit Prinzessin Takiyasha, die ein Riesenskelett heraufbeschwört, auf dem sich ein gewaltiges Skelett über drei Blätter beugt. Abzüge befinden sich unter anderem im British Museum in London und im Museum of Fine Arts in Boston.

Kuniyoshi war ein kühner und einfallsreicher Gestalter. Häufig nutzte er das Triptychonformat, um breite, dramatische Szenen zu schaffen, und ließ Figuren den Bildrahmen sprengen. Er ließ sich von westlichen Bildern anregen und experimentierte mit Perspektive, Schattierung und Landschaft. Er schuf auch humorvolle Bilder, Vexierbilder, in denen ein Gesicht aus vielen kleinen Menschen besteht, und unzählige Katzenbilder; er liebte Katzen selbst und hielt viele davon.

Während der Tenpō-Reformen Anfang der 1840er-Jahre verboten die Behörden Darstellungen von Schauspielern und Kurtisanen. Kuniyoshi antwortete mit List: Er ließ Katzen, Fische und andere Tiere die Rollen spielen oder versteckte Satire in historischen Motiven. Ein Bild des Kriegers Minamoto no Raikō und der Erdspinne von 1843 wurde von den Zeitgenossen als Kritik an den Herrschenden gedeutet, und er wurde von den Behörden verhört. Er starb 1861.

Kuniyoshi hatte viele Schüler, darunter Tsukioka Yoshitoshi, der seinen dramatischen Stil in die Meiji-Zeit weitertrug; als Kind studierte auch Kawanabe Kyōsai eine Zeit lang bei ihm. Seine Suikoden-Helden trugen dazu bei, Ganzkörpertätowierungen in Japan populär zu machen. Heute gilt er als Vorläufer des Manga, und seine Fantasiewelt aus Monstern, Geistern und Kriegern erfährt in Japan wie im Westen ein neues, großes Interesse.