René Lalique

Der Schmuckkünstler, der Glasdesigner wurde.
René Lalique schuf Jugendstilschmuck aus Gold, Email und Glas und wurde danach der bedeutendste Glasdesigner des Art déco.
René Lalique wurde 1860 in Aÿ in der Champagne geboren und wuchs in Paris auf. Mit sechzehn Jahren ging er bei dem Juwelier Louis Aucoc in die Lehre und studierte gleichzeitig an der Kunstgewerbeschule. Anschließend verbrachte er zwei Jahre in London. Zurück in Paris arbeitete er als freier Designer für große Schmuckhäuser wie Cartier und Boucheron, und Mitte der 1880er-Jahre gründete er eine eigene Werkstatt.
In den 1890er-Jahren erneuerte er die Schmuckkunst. Statt kostbare Edelsteine in den Mittelpunkt zu stellen, kombinierte er Gold mit Email, Horn, Elfenbein, Perlen und Glas und nahm seine Motive aus der Natur: Libellen, Blumen, Schlangen und Frauen mit Flügeln. Die Schauspielerin Sarah Bernhardt gehörte zu seinen Kundinnen. Bei der Weltausstellung in Paris 1900 gelang ihm ein großer Durchbruch. Der Ölmagnat Calouste Gulbenkian kaufte rund 145 seiner Arbeiten, die sich heute im Calouste-Gulbenkian-Museum in Lissabon befinden, darunter die berühmte Brosche mit einer Libellenfrau.
Nach 1900 wandte er sich immer mehr dem Glas zu. Er begann, Parfümflakons für den Parfümeur François Coty zu entwerfen, und bald eröffnete er eigene Glashütten, zunächst nahe Paris und ab 1921 in Wingen-sur-Moder im Elsass. Mit gepresstem und formgeblasenem Glas konnte er Vasen, Schalen, Lampen und Flakons in hoher Qualität serienmäßig herstellen. Sein Glas ist oft mattiert oder opalisierend, mit Reliefs von Frauen, Vögeln, Fischen und Pflanzen.
Lalique wurde der bedeutendste Glasdesigner des Art déco. Bei der Ausstellung in Paris 1925 zeigte er unter anderem einen großen Glasbrunnen. Er schuf Kühlerfiguren für Automobile, Glastafeln für den Orient-Express und Dekor für Luxusdampfer und Kirchen. Sein Glas verbindet industrielle Technik mit handwerklicher Feinheit.
Lalique starb 1945. Seine Firma besteht noch immer. 2011 wurde in Wingen-sur-Moder ein Museum über ihn eröffnet. Heute gilt er als einer der wenigen Künstler, die sowohl im Jugendstil als auch im Art déco führend waren.