Judith Leyster

Judith Leyster
Judith Leyster, Public domain

Die lachende Malerin von Haarlem.

Judith Leyster hatte in Haarlem eine eigene Werkstatt und Schüler. Lange wurden ihre Werke Frans Hals zugeschrieben.

Judith Leyster wurde am 28. Juli 1609 in Haarlem getauft. Ihr Vater besaß eine Brauerei namens Leyster, „Leitstern“, nach der sich die Familie nannte. Später signierte sie ihre Bilder mit den Initialen JL und einem Stern. Wo sie das Malen lernte, weiß man nicht sicher. Schon 1628 wurde sie in einer Chronik über Haarlem als Malerin erwähnt, da war sie erst neunzehn Jahre alt.

1633 wurde sie Mitglied der Malergilde in Haarlem, als eine von sehr wenigen Frauen. Das gab ihr das Recht, eine eigene Werkstatt und Schüler zu haben. Sie zögerte nicht, ihre Interessen zu verteidigen. Als einer ihrer Schüler 1635 in die Werkstatt von Frans Hals wechselte, verklagte sie Hals und erhielt eine Entschädigung.

Ihr bekanntestes Werk ist ein Selbstbildnis von etwa 1630 in der National Gallery of Art in Washington, in dem sie sich mit dem Pinsel in der Hand von der Staffelei abwendet und uns anlächelt. Sie malte fröhliche Musikanten, trinkende Männer und Kinder in einem lebhaften Stil mit schnellen Strichen, der an Frans Hals erinnert. In „Das Angebot“ von 1631 im Mauritshuis bietet ein Mann einer nähenden Frau Geld an. Sie ignoriert ihn, und das Bild wurde als ungewöhnliche Darstellung der Perspektive einer Frau gedeutet.

1636 heiratete sie den Maler Jan Miense Molenaer, und sie zogen nach Amsterdam. Nach der Heirat malte sie deutlich weniger und arbeitete vermutlich im Betrieb der Familie mit. Sie bekam mehrere Kinder. Sie starb 1660.

Nach ihrem Tod geriet sie in Vergessenheit, und mehrere ihrer Gemälde wurden als Werke von Frans Hals verkauft. 1893 wurde ihr Monogramm auf einem Bild entdeckt, das der Louvre als Hals erworben hatte. Seitdem haben Forschende immer mehr ihrer Werke identifiziert, und sie gilt heute als eine der wichtigen Malerinnen des niederländischen Goldenen Zeitalters.