Édouard Manet

Der Brückenbauer zur Moderne.
Manet malte das Paris seiner Zeit mit flachen Farbfeldern und scharfen Kontrasten. Seine Skandalbilder machten ihn zum Vorbild der Impressionisten.
Édouard Manet wurde 1832 in Paris in eine wohlhabende Familie geboren. Sein Vater war ein hoher Beamter im Justizministerium und wollte, dass der Sohn Jurist wurde. Édouard versuchte stattdessen, in die Marineschule zu kommen, und unternahm als Jugendlicher als Kadett eine Reise nach Rio de Janeiro, bestand aber die Aufnahmeprüfung nicht. Schließlich durfte er Malerei studieren und arbeitete sechs Jahre im Atelier von Thomas Couture. Im Louvre kopierte er alte Meister und bewunderte besonders Velázquez und Goya.
Manet wollte im offiziellen Salon anerkannt werden, erregte aber stattdessen Skandale. „Das Frühstück im Grünen“ (1863), mit einer nackten Frau, die zwischen bekleideten Herren in einem Park sitzt, wurde im Salon des Refusés gezeigt. „Olympia“ (1863), eine nackte Prostituierte, die den Betrachter direkt ansieht, wurde 1865 ausgestellt und löste Empörung aus. Beide befinden sich im Musée d’Orsay. Provozierend waren nicht nur die Motive, sondern auch das flache Licht, die scharfen Kontraste und der Umstand, dass die Bilder zeitgenössisch und unidealisiert wirkten.
Manet malte das moderne Paris: Cafés, Straßen, Pferderennen und Menschen aus allen Gesellschaftsschichten. Er verwendete gern Schwarz als Farbe sowie große, flache Farbfelder. Er malte auch zeitgenössische politische Ereignisse, wie „Die Erschießung Kaiser Maximilians“. Sein letztes großes Werk, „Die Bar in den Folies-Bergère“ (1882), befindet sich in der Courtauld Gallery in London. Dort steht eine Kellnerin vor einem Spiegel, der nicht ganz das zeigt, was er zeigen sollte.
1863 heiratete er die holländische Klavierlehrerin Suzanne Leenhoff. Ihr Sohn Léon wurde in der Familie aufgezogen, doch wer sein Vater war, ist unklar. Manet war mit den Impressionisten befreundet, stellte aber nie mit ihnen aus, da er weiter auf den Salon setzte. Berthe Morisot heiratete seinen Bruder. Er war mit Émile Zola und Charles Baudelaire befreundet.
In seinen letzten Jahren litt Manet an Syphilis. Ein Bein wurde amputiert, und er starb kurz darauf 1883. Er gilt oft als der erste moderne Maler. Er brach mit den Regeln der Akademie und bereitete dem Impressionismus und der Kunst des 20. Jahrhunderts den Weg.