Qi Baishi

Der Meister der modernen Tusche.
Qi Baishi war Tischler, bevor er Maler wurde, und erneuerte die Tuschemalerei mit alltäglichen Motiven wie Garnelen, Krabben und Gemüse.
Qi Baishi wurde 1864 in einer armen Bauernfamilie bei Xiangtan in der Provinz Hunan geboren. Er ging nur kurz zur Schule und wurde als junger Mann Tischler und dann Holzschnitzer. Er brachte sich das Malen selbst bei, unter anderem anhand des klassischen Lehrbuchs „Handbuch des Senfkorngartens“, und begann, als Porträtmaler und Dekorateur seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Erst als Erwachsener erhielt er Lehrer für Dichtung und Malerei.
Um die Jahrhundertwende 1900 unternahm er mehrere lange Reisen durch China und sah berühmte Landschaften und Sammlungen. Um 1917–1919 zog er nach Peking. Dort war er anfangs unbekannt und galt als provinziell. Auf den Rat eines Freundes erneuerte er in seinen Sechzigern seinen Stil und entwickelte den Ausdruck, der ihn berühmt machte.
Qi Baishi malte alltägliche Motive, die zuvor nicht zur feinen Malerei gehörten: Garnelen, Krabben, Frösche, Küken, Insekten, Gemüse und Werkzeuge. Seine Garnelen sind berühmt. Mit wenigen Pinselstrichen in grauer Tusche schuf er durchscheinende Körper und Fühler, die sich im Wasser zu bewegen scheinen. Oft kombinierte er schwarze Tusche mit klaren Farben, besonders Rot. Er war außerdem ein sehr geschickter Siegelschneider und Dichter.
Er wurde zu einem volkstümlichen und beliebten Künstler. Nach 1949 wurde er vom neuen kommunistischen Staat als Künstler mit Wurzeln im Volk gefeiert und erhielt Ehrentitel und internationale Preise. Er arbeitete bis ins hohe Alter und starb 1957.
Qi Baishi gilt als einer der größten chinesischen Künstler des 20. Jahrhunderts. Er zeigte, dass sich die traditionelle Tuschemalerei mit Humor, Alltag und persönlichem Stil erneuern ließ. Seine Werke gehören heute bei Auktionen zu den teuersten der Welt. 2011 wurde ein Gemälde eines Adlers mit zugehöriger Kalligrafie für umgerechnet etwa 65 Millionen Dollar verkauft.