Auguste Rodin

Auguste Rodin
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Vater der modernen Skulptur.

Rodin schuf „Der Denker“, „Der Kuss“ und „Das Höllentor“. Er ließ Körper unvollendet und fragmentarisch und gab der Skulptur neues Leben.

Auguste Rodin wurde 1840 in Paris in eine Arbeiterfamilie geboren. Sein Vater war Büroangestellter bei der Polizei. Rodin besuchte eine Schule für dekorative Kunst, wurde aber dreimal an der École des Beaux-Arts abgelehnt. Fast zwanzig Jahre lang arbeitete er stattdessen als Handwerker und Gehilfe anderer Bildhauer und fertigte Ornamente für Gebäude. Als seine Schwester 1862 starb, ging er eine Zeit lang ins Kloster, kehrte aber zur Kunst zurück.

1864 lernte er die Näherin Rose Beuret kennen, die seine Lebensgefährtin wurde. Sie bekamen einen Sohn, heirateten aber erst 1917, wenige Wochen vor ihrem Tod. In den 1870er-Jahren arbeitete Rodin in Brüssel und reiste nach Italien, wo ihn die Werke Michelangelos stark beeindruckten. Seine erste große Skulptur, „Das Eherne Zeitalter“ (1877), war so lebensecht, dass man ihm vorwarf, er habe einen Abguss nach einem lebenden Modell angefertigt.

1880 erhielt er den Auftrag, ein Portal für ein geplantes Museum zu schaffen. Er wählte Motive aus Dantes „Inferno“ und nannte das Werk „Das Höllentor“. Er arbeitete daran für den Rest seines Lebens, und es wurde nie fertig. Aus dem Portal erwuchsen viele seiner bekanntesten Werke: „Der Denker“, der ursprünglich Dante darstellte, und „Der Kuss“, ein Paar aus Dantes Dichtung. Außerdem schuf er „Die Bürger von Calais“ (1884–95) und ein Denkmal für Honoré de Balzac, das die Auftraggeber 1898 ablehnten, weil es als zu roh galt.

Rodin modellierte in Ton und ließ die Oberfläche uneben, sodass das Licht darüber spielt. Gern ließ er Werke als Fragmente bestehen, etwa einen Torso ohne Kopf, und ließ Figuren aus einem rohen Steinblock herauswachsen. Zu seinen Schülern und Mitarbeitern gehörte die Bildhauerin Camille Claudel, die viele Jahre auch seine Geliebte war. Der Dichter Rainer Maria Rilke war eine Zeit lang sein Sekretär. Auf der Weltausstellung in Paris 1900 hatte Rodin einen eigenen Pavillon und wurde weltberühmt.

Rodin starb 1917. Er hatte seine Werke dem französischen Staat geschenkt, und das Musée Rodin in Paris öffnete 1919. Er gilt als Vater der modernen Skulptur, weil er mit dem glatten, idealisierten akademischen Stil brach.