Ettore Sottsass

Der Gründer der Memphis-Gruppe.
Ettore Sottsass gestaltete die Schreibmaschine Valentine für Olivetti und gründete 1981 Memphis. Er machte Design farbenfroh und provokant.
Ettore Sottsass wurde 1917 in Innsbruck in Österreich geboren. Sein Vater war Architekt, und die Familie zog nach Italien. Er studierte Architektur am Politecnico in Turin und machte 1939 seinen Abschluss. Im Zweiten Weltkrieg diente er in der italienischen Armee und saß eine Zeit lang in einem Gefangenenlager. 1947 eröffnete er in Mailand ein eigenes Büro.
Ab Ende der 1950er-Jahre war er Berater des Büromaschinenherstellers Olivetti. Er gestaltete den Großrechner Elea 9003, der einen bedeutenden italienischen Designpreis erhielt, und 1969 gemeinsam mit Perry King die tragbare Schreibmaschine Valentine aus knallrotem Kunststoff. Sie wurde als Schreibmaschine für alle Gelegenheiten außer dem Büro vermarktet und wurde zur Ikone von Pop und Jugendkultur.
Sottsass reiste viel, unter anderem nach Indien, und ließ sich von den Objekten, Ritualen und Farben anderer Kulturen inspirieren. Er schuf Keramik und skulpturale Möbel und war in den 1970er-Jahren eine führende Gestalt des Radical Design, das die Forderungen der Moderne nach Funktion und Neutralität infrage stellte.
1981 gründete er in Mailand die Designgruppe Memphis. Der Name stammte der Erzählung nach von einem Bob-Dylan-Song, der beim Treffen der Gruppe lief. Memphis schuf Möbel und Objekte aus Laminat, mit kräftigen Farben, unerwarteten Mustern und verspielten Formen. Der Raumteiler Carlton wurde das bekannteste Werk der Gruppe. Die Ausstellung 1981 rief sowohl Begeisterung als auch Empörung hervor und prägte die Formensprache der 1980er-Jahre.
Sottsass war mit der Schriftstellerin und Übersetzerin Fernanda Pivano verheiratet und später mit der Autorin Barbara Radice zusammen. Er starb 2007 in Mailand. Er gilt als einer der wichtigsten Designer nach dem Zweiten Weltkrieg und als derjenige, der gezeigt hat, dass Design gefühlvoll, provokant und poetisch sein kann.