Tori Busshi

Japans erster namentlich bekannter Bildhauer.
Tori Busshi, chinesischer oder koreanischer Abstammung, goss 623 die Shaka-Trias im Hōryū-ji. Der Stil beruht auf chinesischen Vorbildern der Nördlichen Wei-Zeit.
Tori Busshi, auch Kuratsukuri no Tori genannt, war Anfang des 7. Jahrhunderts tätig. Er ist der erste japanische Bildhauer, den wir mit Namen kennen. Er gehörte einer Familie von Einwanderern vom Festland an, und sein Großvater Shiba Tatto soll aus China oder Korea gekommen sein. Der Name Kuratsukuri bedeutet etwa Sattler und deutet darauf hin, dass die Familie aus Handwerkern bestand. Busshi bedeutet Buddhabildner.
Er wirkte in der Asuka-Zeit, als der Buddhismus gerade erst nach Japan gekommen war und von Prinz Shōtoku und dem mächtigen Soga-Clan gefördert wurde. Den Quellen zufolge schuf er den großen Buddha im Tempel Asuka-dera von 606, doch dieser ist so stark beschädigt und repariert worden, dass vom Original wenig erhalten ist.
Sein Hauptwerk ist die Shaka-Trias im Kondō, der Goldenen Halle, des Tempels Hōryū-ji bei Nara. Eine Inschrift auf der Aureole besagt, dass sie 623 zum Gedenken an Prinz Shōtoku gefertigt wurde und dass Tori der Meister war. Die Trias ist in Bronze gegossen und vergoldet. In der Mitte sitzt Shaka, der historische Buddha, flankiert von zwei stehenden Bodhisattvas.
Der Tori-Stil beruht auf chinesischen Vorbildern der Nördlichen Wei-Dynastie, die über Korea vermittelt wurden. Die Figuren sind frontal und symmetrisch, mit langgezogenen Gesichtern, mandelförmigen Augen und einem schwachen, archaischen Lächeln. Die Gewandfalten sind stilisiert und fallen in regelmäßigen Mustern. Der Stil prägte die frühe buddhistische Skulptur in Japan, und die Shaka-Trias gilt als Nationalschatz.