Unkei

Unkei
Nara National Museum 奈良帝室博物館 (Showa 8 - 1933), Public domain

Japans Michelangelo.

Unkei leitete die Kei-Schule und verlieh der buddhistischen Skulptur neue Realistik und Kraft. Die Torwächter am Tōdai-ji schuf er 1203 gemeinsam mit Kaikei.

Unkei wurde um 1150 geboren und starb 1223. Er war Sohn des Bildhauers Kōkei und gehörte der Kei-Schule an, einer Werkstatt in Nara. Sein frühestes bekanntes Werk ist ein sitzender Dainichi Nyorai im Tempel Enjō-ji in Nara von 1176, der bereits eine neue Realistik und Spannkraft zeigt.

1180 brannten die Truppen des Taira-Clans im Bürgerkrieg die großen Tempel Tōdai-ji und Kōfuku-ji in Nara nieder. Nachdem das Kamakura-Shogunat die Macht übernommen hatte, folgte ein großer Wiederaufbau, und die Kei-Schule erhielt viele der Aufträge. Unkei arbeitete auch für die Kriegeraristokratie im Osten Japans, die seinen kraftvollen Stil schätzte.

Sein bekanntestes Werk sind die beiden Wächterfiguren, Kongō rikishi oder Niō, im großen Südtor des Tōdai-ji. Sie sind gut acht Meter hoch und wurden 1203 von Unkei, Kaikei und ihren Mitarbeitern in nur etwa 70 Tagen geschaffen. Die Wächter sind muskulös und zornig, mit weit aufgerissenen Augen und flatternden Gewändern. Im Kōfuku-ji befinden sich seine Statuen der indischen Mönche Muchaku und Seshin von etwa 1212, die so individuell sind, dass sie wie Porträts wirklicher Personen wirken.

Unkei verwendete gelegentlich Augen aus Bergkristall, die von hinten eingesetzt wurden, wodurch die Statuen einen lebendigen Blick zu haben scheinen. Sein Stil verbindet Realistik, Bewegung und spirituelle Präsenz. Seine Söhne, darunter Tankei, führten die Werkstatt fort.

Unkei gilt als Japans bedeutendster Bildhauer und wird mitunter als Japans Michelangelo bezeichnet. Er erneuerte die buddhistische Skulptur der Kamakura-Zeit, und seine Werke gehören zu den meistbewunderten Nationalschätzen Japans.