Walter Crane

Walter Crane
Frederick Hollyer, Public domain

Illustrator und Ideologe von Arts and Crafts.

Walter Crane zeichnete Kinderbücher, Tapeten und Textilien und war 1888 der erste Vorsitzende der Arts and Crafts Exhibition Society. Wie Morris teilte er sozialistische Ideen von Kunst für alle.

Walter Crane wurde 1845 in Liverpool als Sohn eines Porträtmalers geboren. Die Familie zog nach London, und mit vierzehn Jahren kam er beim Holzstecher William James Linton in die Lehre. Dort lernte er grafisches Handwerk und das Zeichnen für den Druck, was sein gesamtes künstlerisches Schaffen prägte.

Ab Mitte der 1860er-Jahre arbeitete er mit dem Drucker Edmund Evans an billigen, farbig gedruckten Bilderbüchern für Kinder, den sogenannten Toy Books. Sie wurden sehr beliebt und machten ihn bekannt. Er ließ sich von japanischen Holzschnitten mit klaren Konturen und flachen Farbfeldern inspirieren. Zu seinen Büchern zählen „The Baby’s Opera“ von 1877 und Illustrationen zu Spensers „Faerie Queene“ in den 1890er-Jahren. Er gilt als einer der großen Erneuerer der Kinderbuchillustration.

Crane gestaltete auch Tapeten, Textilien, Keramik und Glasmalereien und malte allegorische Ölgemälde. „Neptuns Pferde“ von 1892, in dem die Gischt der Wellen zu Pferden wird, befindet sich in der Neuen Pinakothek in München. Er schrieb Bücher über Design, darunter „The Bases of Design“ und „Line and Form“, und war um die Jahrhundertwende kurze Zeit Rektor des Royal College of Art.

Er wurde einer der führenden Vertreter der Arts-and-Crafts-Bewegung und war erster Vorsitzender der Arts and Crafts Exhibition Society, die 1888 gegründet wurde und der Bewegung ihren Namen gab. Wie William Morris war er Sozialist. Er zeichnete Bilder und Plakate für die Arbeiterbewegung, unter anderem zum 1. Mai, und seine Bilder verbreiteten sich in Gewerkschaftszeitungen in ganz Europa.

Crane starb 1915. Er war auf dem Kontinent sehr geschätzt, wo seine Ausstellungen in mehreren Ländern gezeigt wurden, und er beeinflusste die Illustratoren des Jugendstils. Seine Bilderbücher sind viele Male nachgedruckt worden, und seine politische Bildsprache lebt in Gewerkschaftsfahnen und Plakaten fort.