Wang Xizhi

Der Heilige der Kalligrafie.
Wang Xizhi erneuerte die chinesische Schrift und gilt als größter Kalligraf aller Zeiten. Kaiser sammelten seine Werke; die Originale sind verloren, nur Kopien sind erhalten.
Wang Xizhi wurde den gängigsten Angaben zufolge 303 geboren und starb 361, doch es kommen auch andere Jahreszahlen vor. Er gehörte dem mächtigen Wang-Clan aus Langya an, der am Hof der Östlichen Jin eine führende Stellung innehatte. Er war Beamter und wird oft Wang Youjun genannt, nach einem seiner militärischen Titel. Als junger Mann soll er die Kalligrafie bei Frau Wei gelernt haben, einer bekannten Kalligrafin.
Wang Xizhi verfeinerte mehrere Schriftstile, vor allem die Regelschrift, die Laufschrift und die Kursivschrift. Seine Schrift ist beweglich und lebendig und zugleich ausgewogen. Die Zeichen variieren in Größe und Gewicht, und der Pinsel scheint über das Papier zu tanzen. Für die Nachwelt wurde er zum Vorbild dafür, was gute Schrift ist, und er wird der Heilige der Kalligrafie genannt.
Sein berühmtestes Werk ist das „Vorwort zu den Gedichten des Orchideenpavillons“ aus dem Jahr 353. Es entstand bei einem Frühlingsfest in Kuaiji, dem heutigen Shaoxing, wo eine Gruppe von Gelehrten an einem Bach Wein trank und Gedichte schrieb. Wang Xizhi verfasste ein Vorwort zu den Gedichten, einen kurzen lyrischen Text über die Freude des Augenblicks und die Vergänglichkeit des Lebens. Das Original ist verloren. Der Überlieferung zufolge war der Tang-Kaiser Taizong so davon angetan, dass er es mit sich begraben ließ. Heute gibt es mehrere Kopien aus der Tang-Zeit, unter anderem im Palastmuseum in Peking.
Es gibt viele Anekdoten über ihn, etwa dass er Kalligrafie gegen Gänse eintauschte, die er bewunderte, doch das sind Legenden. Sein Sohn Wang Xianzhi wurde ebenfalls ein berühmter Kalligraf, und beide zusammen werden „die zwei Wang“ genannt.
Alle späteren chinesischen Kalligrafen haben sich an Wang Xizhi orientiert. Kaiser sammelten und ließen seine Briefe kopieren, und seine Schrift hat die Kalligrafie auch in Japan und Korea geprägt. Er ist vielleicht der bedeutendste Künstler der ostasiatischen Schriftkunst.