William De Morgan

William De Morgan
Anna Maria Diana Wilhelmina Pickering Stirling, Public domain

Der Keramiker im Kreis um Morris.

William De Morgan war mit Morris befreundet und stellte Fliesen und Schalen mit Lüster und von Persien inspirierten Farben her. Er entdeckte die glänzende Lüsterglasur wieder und wurde später ein erfolgreicher Romanautor.

William De Morgan wurde 1839 in London geboren. Sein Vater, Augustus De Morgan, war ein bekannter Mathematiker, und seine Mutter Sophia eine engagierte Reformerin. Er studierte an den Royal Academy Schools und lernte Anfang der 1860er-Jahre William Morris kennen, der sein Freund wurde. Er begann mit Glasmalerei, wandte sich aber bald Fliesen und Keramik zu.

1872 eröffnete er seine erste Werkstatt in Chelsea und zog später nach Merton Abbey in die Nähe von Morris’ Werkstätten und danach nach Fulham. Er kaufte oft unfertige Ware von anderen Fabriken und dekorierte sie, fertigte aber auch eigene Gefäße. Eine Zeit lang arbeitete er mit dem Architekten Halsey Ricardo zusammen. Seine Fliesen wurden unter anderem auf Schiffen der Reederei P&O und im Leighton House in London verwendet.

De Morgans große Leistung war die Wiederentdeckung der Lüsterglasur, eines metallischen Glanzes, den man von mittelalterlicher spanischer und islamischer Keramik kannte, der in Europa aber in Vergessenheit geraten war. Lange experimentierte er mit Metallsalzen und reduzierendem Brand, um rote und goldene Schimmer zu erzielen. Außerdem ließ er sich von türkischer und persischer Keramik mit tiefem Blau, Türkis und Grün inspirieren. Die Motive sind Fabeltiere, Fische, Schiffe, Vögel und rankende Pflanzen.

1887 heiratete er die Malerin Evelyn Pickering. Wegen seiner Gesundheit verbrachte das Paar die Winter in Florenz, wo italienische Maler Dekore nach seinen Entwürfen ausführten. Die Werkstatt arbeitete selten mit Gewinn, und seine Frau unterstützte sie mit ihren Einkünften. 1907 wurde die Werkstatt geschlossen.

Mit fast 65 Jahren begann De Morgan, Romane zu schreiben. Der erste, „Joseph Vance“ von 1906, wurde ein großer Erfolg, und er schrieb noch mehrere weitere. Er starb 1917. Heute gilt er als einer der bedeutendsten Keramiker Englands, und seine Arbeiten werden von der De Morgan Foundation und im Victoria and Albert Museum gezeigt.