Francisco de Zurbarán

Der strenge Maler der Klöster.
Zurbarán malte in Sevilla Mönche, Heilige und Stillleben mit starken Kontrasten. Seine weißen Mönchskutten sind berühmt.
Francisco de Zurbarán wurde 1598 in Fuente de Cantos in der Extremadura im Westen Spaniens geboren. Sein Vater war Händler. Mit fünfzehn Jahren kam er zu einem Maler in Sevilla in die Lehre, der dank des Amerikahandels reichsten Stadt Spaniens. Nach der Lehrzeit lebte er etwa zehn Jahre in Llerena in der Extremadura und heiratete dort. Er war dreimal verheiratet und bekam mehrere Kinder.
1628 zog er zurück nach Sevilla und wurde rasch der führende Maler der Stadt. Er erhielt große Aufträge von Klöstern, deren Mönche Bilder der Heiligen und der Geschichte ihres Ordens wünschten. Ein frühes Hauptwerk ist „Der heilige Serapion“ von 1628, heute in Hartford in den USA. Ein Mönch hängt tot an Seilen, und seine weiße Kutte füllt fast das ganze Bild. Er malte auch einen Zyklus für die Sakristei des Klosters in Guadalupe, wo die Gemälde noch immer an Ort und Stelle sind.
Zurbaráns Stil zeichnet sich durch starke Kontraste zwischen Hell und Dunkel aus, die von den Nachfolgern Caravaggios angeregt sind. Die Figuren sind schlicht und monumental und stehen schweigend in einem dunklen Raum. Er war ein Meister der Stoffmalerei, besonders der weißen Mönchskutten mit ihren schweren Falten. Seine wenigen Stillleben, wie das „Stillleben mit Zitronen, Orangen und einer Rose“ von 1633 in Pasadena in den USA, sind ebenso still und andächtig wie seine Heiligenbilder. Er malte außerdem das „Agnus Dei“, ein gefesseltes Lamm vor schwarzem Hintergrund, in mehreren Fassungen.
Seine Werkstatt exportierte auch Gemälde in die spanischen Kolonien in Südamerika. In den 1640er-Jahren wandelte sich der Geschmack in Sevilla hin zu Murillos weicherem Stil, und Zurbarán erhielt weniger Aufträge. 1658 zog er nach Madrid, wo er 1664 in bescheidenen Verhältnissen starb.
Zurbarán geriet außerhalb Spaniens teilweise in Vergessenheit, wurde aber im 19. Jahrhundert wiederentdeckt. Er wird manchmal „der spanische Caravaggio“ genannt und heute für seinen geistigen Ernst und seine Stille bewundert.