Mona Lisa

Mona Lisa, Leonardo da Vinci
Leonardo da Vinci, Public domain

Das Porträt der Lisa Gherardini ist vielleicht das berühmteste Gemälde der Welt. Leonardo arbeitete viele Jahre daran und nahm es mit nach Frankreich.

Sfumato: Die Konturen um Mund und Augen lösen sich im Dunst auf, sodass sich das Lächeln nie festlegen lässt.

Die Mona Lisa zeigt mit großer Wahrscheinlichkeit Lisa Gherardini, die mit dem Seidenhändler Francesco del Giocondo in Florenz verheiratet war. Daher stammen die italienischen und französischen Namen La Gioconda und La Joconde. „Mona“ ist eine Kurzform von Madonna, „meine Dame“. Eine Randnotiz von 1503 in einem Buch bestätigt, dass Leonardo damals an einem Porträt der Lisa del Giocondo arbeitete.

Das Porträt wurde nie geliefert. Leonardo arbeitete mehrere Jahre daran und nahm es mit, als er nach Frankreich zog. Nach seinem Tod 1519 wurde es vom französischen König Franz I. erworben. Später hing es in verschiedenen königlichen Schlössern, unter anderem in Versailles. Nach der Französischen Revolution kam es in den Louvre. Napoleon hatte es eine Zeit lang in seinem Schlafzimmer, bevor es ins Museum zurückkehrte.

Die Frau sitzt in einer Loggia, die Hände übereinandergelegt auf der Armlehne des Stuhls. Sie wendet den Körper leicht zur Seite, das Gesicht aber fast frontal zu uns. Hinter ihr breitet sich eine traumhafte Landschaft mit Wegen, einer Brücke, Flüssen und Felsen aus. Der Horizont links liegt tiefer als der rechts, was zur rätselhaften Stimmung des Bildes beiträgt. Sie hat keine sichtbaren Augenbrauen oder Wimpern, worüber lange diskutiert wurde.

Leonardo verwendete Sfumato, eine Technik, bei der die Übergänge zwischen Licht und Schatten weich wie Rauch sind. Er baute die Farbe in sehr dünnen Schichten auf. Die Landschaft wird blauer und blasser, je weiter entfernt sie liegt, ein Kunstgriff, der Luftperspektive genannt wird. Das Gemälde ist mit Öl auf einer Tafel aus Pappelholz ausgeführt und recht klein. Das Lächeln liegt in den Mundwinkeln und Augenwinkeln, wo die Schatten am weichsten sind, und scheint sich deshalb zu verändern, je nachdem, wohin man blickt.

Am 21. August 1911 wurde das Gemälde vom Italiener Vincenzo Peruggia, der im Museum gearbeitet hatte, aus dem Louvre gestohlen. Er versteckte es über zwei Jahre lang. Im Dezember 1913 versuchte er, es in Florenz zu verkaufen, und wurde festgenommen. Der Diebstahl machte das Gemälde berühmter denn je. Nach dem Wiederfund wurde es in Italien gezeigt, bevor es nach Paris zurückkehrte. In der Zwischenzeit füllten sich die Zeitungen mit Spekulationen darüber, wer der Schuldige sei.

Die Mona Lisa wurde mehrmals angegriffen, unter anderem in den 1950er-Jahren mit Säure und einem Stein. Seither wird sie durch Panzerglas geschützt. Sie hat zwei große Reisen unternommen, 1963 in die USA und 1974 nach Japan. Der Firnis ist im Lauf der Jahre vergilbt, und die Farben waren ursprünglich klarer als heute.

Das Gemälde ist heute vielleicht das berühmteste Kunstwerk der Welt und empfängt jedes Jahr Millionen von Besuchern. Es wurde von unzähligen Künstlern zitiert und parodiert, etwa von Marcel Duchamp, der 1919 eine Reproduktion mit Schnurrbart und Spitzbart versah. Seit 2005 hängt es allein an einer Wand im größten Saal des Louvre.