Leonardo da Vinci

Der Renaissancemensch schlechthin.
Leonardo war Maler, Ingenieur, Anatom und Erfinder. Er vollendete nur wenige Gemälde, doch die „Mona Lisa“ und das „Abendmahl“ gehören zu den bekanntesten Bildern der Welt.
Leonardo da Vinci wurde am 15. April 1452 bei der Stadt Vinci in der Toskana geboren. Er war der uneheliche Sohn des Notars Ser Piero und einer jungen Frau namens Caterina. Als Jugendlicher kam er in Florenz zu dem Bildhauer und Maler Andrea del Verrocchio in die Lehre. Dort lernte er Malerei, Bildhauerei und Mechanik. Nach Vasari malte er in Verrocchios „Taufe Christi“, heute in den Uffizien, einen Engel so gut, dass der Lehrer das Malen aufgab, doch das ist wahrscheinlich eine Legende.
Um 1482 zog er nach Mailand zu Herzog Ludovico Sforza. Dort malte er die „Felsgrottenmadonna“, die in zwei Fassungen existiert, im Louvre und in London, sowie die „Dame mit dem Hermelin“, heute in Krakau. Sein größtes Werk aus dieser Zeit ist das „Abendmahl“ im Kloster Santa Maria delle Grazie in Mailand, gemalt 1495–98. Er experimentierte mit einer Technik auf trockener Wand anstelle des traditionellen Freskos, und die Farbe begann schon zu seinen Lebzeiten abzublättern. Danach kehrte er nach Florenz zurück. Dort begann er um 1503 die „Mona Lisa“, an der er viele Jahre arbeitete. Sie befindet sich heute im Louvre und wurde weltberühmt, als sie 1911 gestohlen und zwei Jahre später wiedergefunden wurde.
Leonardos Technik heißt Sfumato. Er trug die Farbe in dünnen, durchsichtigen Schichten auf, sodass die Konturen in einem weichen Dunst verschwinden. Gesichter und Landschaften verschmelzen in Licht und Schatten. Er wollte, dass das Bild auf der Kenntnis der Natur beruht, und er sezierte Leichen, studierte die Wirbel des Wassers, den Flug der Vögel und den Bau der Pflanzen. Etwa 7 000 Seiten seiner Aufzeichnungen sind erhalten, geschrieben in Spiegelschrift.
Er war ein oft unberechenbarer Künstler, der vieles begann und wenig abschloss. Weniger als zwanzig Gemälde gelten heute als sicher von ihm. Ein großes Fresko über die Schlacht von Anghiari in Florenz ging verloren. In den letzten Jahren lebte er in Frankreich als Gast König Franz’ I., und er starb am 2. Mai 1519 in Amboise.
Leonardo ist zum Symbol des Renaissancemenschen geworden, bewandert in Kunst, Wissenschaft und Technik. Sein Sfumato und seine Art, den Figuren Leben und innere Bewegung zu geben, veränderten die Malerei für immer.