Michael Graves

Michael Graves entwarf das Portland Building in Oregon, eines der meistdiskutierten Gebäude der Postmoderne. Er brachte klassische Formen und kräftige Farben in die Architektur zurück und gestaltete später Tausende von Alltagsgegenständen.
Michael Graves wurde 1934 in Indianapolis geboren. Er studierte Architektur an der University of Cincinnati und in Harvard und war 1960–1962 Stipendiat der American Academy in Rom, wo er Ruinen und Bauten zeichnete. 1962 begann er in Princeton zu lehren und blieb dort fast vierzig Jahre. In den 1970er-Jahren gehörte er zur Gruppe The New York Five, die weiße Häuser im Geiste Le Corbusiers entwarf.
Ende der 1970er-Jahre brach Graves mit der Moderne. Das 1982 eröffnete Portland Building in Oregon hat eine Fassade mit großen Pilastern, einem riesigen Schlussstein und Farben in Terrakotta und Blau; das Haus wurde zu einem Symbol der Postmoderne. Er entwarf das Humana Building in Louisville und mehrere Bauten für Disney, darunter die Zentrale in Burbank, wo sieben Zwerge den Giebel tragen. Außerdem gestaltete er Objekte für Alessi, darunter einen Teekessel mit einem Vogel an der Tülle, und für die Warenhauskette Target.
Graves wurde 2003 nach einer Infektion gelähmt und widmete sich danach der Gestaltung von Krankenhäusern und Hilfsmitteln für Menschen mit Behinderung. Er starb 2015. Das Portland Building wurde wegen technischer Mängel und dunkler Büros kritisiert und renoviert, gilt aber als eines der wichtigsten Werke der Postmoderne. Graves zeigte, dass der Architekt auch zum Designer für den großen Massenmarkt werden konnte.