Nicholas Hawksmoor

Hawksmoor begann als Assistent Wrens und arbeitete mit Vanbrugh in Blenheim. Seine eigenen Kirchen in London sind schwer, eigenwillig und voller antiker Zitate, und er entwarf die Westtürme der Westminster Abbey.
Nicholas Hawksmoor wurde 1661 oder 1662 in Nottinghamshire geboren und kam als junger Mann nach London, wo er Christopher Wrens Schreiber und Mitarbeiter wurde. Unter Wren arbeitete er am Bau von St Paul's, des Greenwich Hospital und von Hampton Court und lernte den Beruf in der Praxis. Er reiste nie ins Ausland, studierte die Antike und die Renaissance aber gründlich anhand von Büchern. Er arbeitete auch mit John Vanbrugh zusammen, zuerst in Castle Howard und dann im Blenheim Palace, wo er die Arbeiten leitete, nachdem Vanbrugh entlassen worden war.
Als das Parlament 1711 beschloss, fünfzig neue Kirchen in London zu bauen, durfte Hawksmoor sechs davon entwerfen. Christ Church Spitalfields, St Anne's Limehouse, St George in the East, St Mary Woolnoth, St George's Bloomsbury und St Alfege in Greenwich sind schwere Bauten mit kraftvollen Türmen, in denen er gotische, klassische und ägyptische Elemente kombinierte. St George's Bloomsbury hat einen Turm, der dem Mausoleum von Halikarnassos nachempfunden und von einer Statue Georgs I. gekrönt ist. Er entwarf auch Teile des All Souls College in Oxford und die Westtürme der Westminster Abbey.
Hawksmoor starb 1736. Im 18. und 19. Jahrhundert galten seine Kirchen als allzu eigenwillig, doch im 20. Jahrhundert hat er neue Wertschätzung erfahren, nicht zuletzt für sein Können im Umgang mit Masse, Licht und Schatten. Die Kirchen im Osten Londons wurden auch Teil einer literarischen Mythenbildung um ihn. Heute gilt er als einer der originellsten englischen Architekten, und seine Westtürme der Westminster Abbey zeigen, dass er Gotik und Klassizismus verbinden konnte.