Juan de Herrera

Juan de Herrera
Mariano Brandi (grabado), José Maea (dibujo), Public domain

Juan de Herrera vollendete den Escorial und gab einem strengen, fast schmucklosen Klassizismus seinen Namen, dem herrerianischen Stil. Er war auch Mathematiker und gründete in Madrid eine Akademie für Mathematik.

Juan de Herrera wurde um 1530 in Kantabrien in Nordspanien geboren. Er studierte Geisteswissenschaften in Valladolid und diente unter Karl V. im spanischen Heer in Italien und Flandern. Er interessierte sich für Mathematik, Astronomie und Mechanik und sammelte Bücher über Wissenschaft. 1563 kam er als Mitarbeiter des Architekten Juan Bautista de Toledo zum Escorial, und als Toledo 1567 starb, übernahm Herrera die Arbeit.

Unter Herreras Leitung wurde der Escorial 1584 vollendet. Er entwarf die Kirche mit ihrer Kuppel und gab der gesamten Anlage ihr strenges Aussehen, mit Granitfassaden fast ohne Dekor. Er entwarf auch die Südfassade des Palastes in Aranjuez, die Börse von Sevilla, in der heute das Indienarchiv untergebracht ist, und Pläne für die Kathedrale von Valladolid, die nie vollendet wurde. Er konstruierte Hebemaschinen und Instrumente, und 1582 gründete er im Auftrag des Königs in Madrid eine Akademie für Mathematik.

Herrera starb 1597 in Madrid. Sein strenger Klassizismus, in dem Masse, Proportionen und der nackte Stein sprechen, wird estilo herreriano genannt und prägte die spanische Architektur lange Zeit, auch in den Kolonien in Amerika. Der Stil wird mit der Frömmigkeit und Macht Philipps II. und mit dem Ernst der Gegenreformation verbunden. Im 20. Jahrhundert wurde er in Spanien unter Franco als Nationalstil wiederbelebt. Herrera zeigt, dass die Renaissance in Spanien eine eigene, strenge Form erhielt, weit entfernt von der italienischen Verspieltheit.