El Escorial

El Escorial, San Lorenzo de El Escorial, Madrid
Zvonimir Stamenov, CC BY-SA 4.0

Philipps II. gewaltige Anlage ist zugleich Kloster, Palast, Grabeskirche und Bibliothek. Die granitgraue Fassade ist nahezu ohne Dekor. Diese Strenge wurde in Spanien zu einem eigenen Stil, benannt nach dem Architekten Herrera.

Philipp II. ließ den Escorial zur Feier des Sieges über die Franzosen bei Saint-Quentin im Jahr 1557 erbauen, eines Sieges, der am Tag des heiligen Laurentius errungen worden war. Die Anlage sollte auch Grabstätte für seinen Vater Karl V. und die spanische Königsfamilie werden. Der Bau begann 1563 unter Juan Bautista de Toledo, der in Rom gearbeitet hatte. Nach dessen Tod 1567 übernahm sein Mitarbeiter Juan de Herrera, und die Anlage wurde 1584 fertiggestellt. Der König verfolgte die Arbeiten genau.

Der Grundriss ist ein großes Rechteck von etwa 200 mal 160 Metern, in Höfe unterteilt. In der Mitte liegt die Kirche, ein Zentralbau mit Kuppel, und darum herum Kloster, Palast, Schule und Bibliothek. Der Grundriss wurde mit einem Rost verglichen, dem Marterwerkzeug des Laurentius, doch dieser Vergleich kam erst später auf. Der Bau besteht aus grauem Granit, und die Fassaden haben nur sehr wenig Schmuck. Das führte zum Begriff estilo herreriano, dem Herrera-Stil. Die Bibliothek hat ein Gewölbe, das von Pellegrino Tibaldi bemalt wurde. Unter der Kirche liegt das Panteón de los Reyes, das Pantheon der Könige, in dem die meisten spanischen Könige seit Karl V. ruhen.

Der Escorial war ein Zentrum der spanischen Weltmacht und der Gegenreformation. Die Anlage wurde 1671 von einem Brand heimgesucht, aber wiederaufgebaut. Sie beherbergt eine große Kunstsammlung, unter anderem mit Werken von Tizian, El Greco und Hieronymus Bosch. Das Kloster wird heute von Augustinermönchen geführt. 1984 wurde der Escorial Welterbe. Sein strenger Klassizismus prägte die spanische Architektur lange Zeit, auch in den spanischen Kolonien Amerikas.