Philip Johnson

Philip Johnson führte als Kurator den Internationalen Stil in den USA ein und baute dann sein eigenes Glashaus. Er wandelte sich von Mies zur Postmoderne und war der Erste, der den Pritzker-Preis erhielt.
Philip Cortelyou Johnson wurde 1906 in Cleveland in Ohio in eine wohlhabende Familie geboren. Er studierte Philosophie und klassische Sprachen in Harvard. Auf Reisen durch Europa Ende der 1920er-Jahre begegnete er der neuen Architektur und lernte Mies van der Rohe kennen. 1932 wurde er Leiter der neuen Architekturabteilung des Museum of Modern Art in New York, und im selben Jahr organisierte er gemeinsam mit Henry-Russell Hitchcock die Ausstellung „The International Style“, die der Moderne in den USA ihren Namen gab. In den 1930er-Jahren engagierte er sich in der extremen Rechten, wovon er sich später distanzierte.
Johnson ließ sich in Harvard bei Walter Gropius zum Architekten ausbilden und schloss 1943 ab. Sein eigenes Glashaus in New Canaan, 1949, machte ihn berühmt. Mit Mies arbeitete er am Seagram Building in New York zusammen und entwarf dort das Restaurant The Four Seasons. Später wurde seine Architektur formeller und historisierender, und in den 1980er-Jahren wurde er mit dem AT&T Building in New York, einem Hochhaus mit gebrochenem Giebel wie bei einer Kommode, zu einem führenden Vertreter der Postmoderne. Er entwarf außerdem die Crystal Cathedral in Kalifornien und Hochhäuser in Houston.
Johnson erhielt 1979 den ersten Pritzker-Preis. Er starb 2005 im Alter von 98 Jahren in New Canaan. In der amerikanischen Architektur nahm er eine einzigartige Stellung ein, als Geschmacksrichter, Mäzen und Netzwerker, und er war an der Lancierung sowohl der Moderne als auch des Dekonstruktivismus beteiligt, Letzterer in einer Ausstellung im MoMA 1988. Er wurde für seine politische Vergangenheit und für seinen Opportunismus bei der Stilwahl kritisiert. Das Glashaus ist zu einer der bekanntesten Ikonen der Moderne geworden.