AT&T Building (550 Madison Avenue)

AT&T Building (550 Madison Avenue), New York
David Shankbone; cropped by Beyond My Ken (talk) 13:28, 30 January 2011 (UTC), CC BY 2.5

Philip Johnsons Wolkenkratzer ist mit rosa Granit verkleidet und wird von einem gebrochenen Giebel gekrönt wie eine Chippendale-Kommode. Als das Modell 1978 gezeigt wurde, wurde es zum Symbol der Postmoderne: Das Hochhaus sollte nicht länger eine anonyme Glasbox sein, sondern wie eine klassische Säule Kopf, Mitte und Fuß haben.

Philip Johnson war selbst einer der Vorkämpfer der Moderne gewesen: Er hatte 1932 am Buch über den Internationalen Stil mitgeschrieben und mit Mies am Seagram Building gearbeitet. Mit dem AT&T-Haus wandte er sich gegen die Moderne, die er mitgeschaffen hatte. Das Telekommunikationsunternehmen AT&T wollte eine Zentrale mit Identität, und Johnson gab ihr eine Silhouette, die man schon von Weitem erkannte.

Das Gebäude wurde 1984 fertig und rief sowohl Begeisterung als auch Spott hervor. Kritiker sahen in der Ironie und den historischen Zitaten bloße Oberfläche, andere eine Befreiung von der Gleichförmigkeit der Nachkriegszeit. Johnson erhielt bereits 1979 den Pritzker-Preis, als Erster. Spätere Eigentümer haben das Eingangsgeschoss umgebaut, und das Haus wurde 2018 unter Denkmalschutz gestellt. Es ist eines der deutlichsten Beispiele dafür, wie die Postmoderne Ornament, Farbe und Geschichte in die Architektur zurückbrachte.