Auguste de Montferrand

Auguste de Montferrand kam jung nach Sankt Petersburg und widmete vierzig Jahre der Isaakskathedrale. Er errichtete auch die Alexandersäule, einen Monolithen aus Granit auf dem Schlossplatz, eine der großen Ingenieurleistungen der Zeit.
Henri Louis Auguste Ricard de Montferrand wurde 1786 in Chaillot bei Paris geboren. Er studierte Architektur in Paris, arbeitete als Zeichner für Architekten wie Charles Percier und diente unter Napoleon als Soldat. 1816 reiste er mit einem Album von Zeichnungen nach Sankt Petersburg, das er Zar Alexander I. überreichte. Er erhielt eine Stelle in dem Komitee, das den Bau in der Hauptstadt leitete.
Bereits 1818 erhielt der junge und relativ unerfahrene Montferrand den Auftrag, die neue Isaakskathedrale zu entwerfen. Die Pläne wurden kritisiert, doch er durfte den Auftrag behalten, und der Bau dauerte bis 1858. Er löste große technische Probleme: das Gebäude auf sumpfigem Grund zu gründen, monolithische Granitsäulen aufzurichten und eine Kuppel mit Gusseisengerüst zu bauen. Er errichtete auch die Alexandersäule auf dem Schlossplatz (1832–1834), einen 25 Meter hohen Monolithen, der ohne Verankerung allein durch sein Eigengewicht steht. Er entwarf außerdem Innenräume im Winterpalast und Wohnhäuser für den Adel.
Montferrand starb 1858 in Sankt Petersburg, einen Monat nach der Einweihung der Isaakskathedrale. Er wollte in der Kirche beigesetzt werden, doch da er Katholik war, durfte sein Sarg nur um sie herumgetragen werden, bevor er nach Paris geschickt wurde. Seine Werke prägen noch immer das Zentrum von Sankt Petersburg und gehören zu den wichtigsten des späten russischen Klassizismus. Isaakskathedrale und Alexandersäule zeigen, wie Architektur und Ingenieurkunst sich verbanden, um die Macht des Zarenreichs auszudrücken.