Matthäus Daniel Pöppelmann

Pöppelmann baute den Dresdner Zwinger, einen Festplatz aus Pavillons und Galerien voller Skulpturen. Mit August dem Starken als Bauherrn machte er Dresden zu einer der Barockhauptstädte Europas.
Matthäus Daniel Pöppelmann wurde 1662 in Herford in Westfalen geboren. 1680 kam er nach Dresden, wo er im Bauamt arbeitete und langsam aufstieg. 1705 wurde er für die Bauten des Kurfürsten verantwortlich, und diese Stellung behielt er bis an sein Lebensende. August der Starke, Kurfürst von Sachsen und seit 1697 König von Polen, wollte Dresden zu einer prachtvollen Residenzstadt machen, und Pöppelmann wurde sein wichtigster Architekt. 1710 reiste er nach Wien und Rom, um dort die Architektur zu studieren.
Pöppelmanns Hauptwerk ist der Zwinger, 1710–1728 als Festplatz und Sammlungsgebäude beim Schloss gebaut. Er arbeitete mit dem Bildhauer Balthasar Permoser zusammen, und gemeinsam schufen sie Galerien und Pavillons, in denen Skulptur und Architektur ineinander übergehen. Er baute auch das Lustschloss Pillnitz an der Elbe mit chinesisch inspirierten Dächern und überarbeitete das Schloss Moritzburg. Er leitete die Arbeiten an der neuen Elbbrücke in Dresden und fertigte Pläne für ein neues Königsschloss an, das nie gebaut wurde.
Pöppelmann starb 1736 in Dresden. Der Zwinger wurde sein Vermächtnis und eines der bekanntesten Werke des deutschen Barock. Dresden wurde im Februar 1945 durch die Bombardierung weitgehend zerstört, doch der Zwinger und mehrere seiner Bauten wurden wiederaufgebaut. Seine Art, Architektur und Skulptur zu festlicher Inszenierung zu verbinden, beeinflusste den sächsischen und polnischen Barock. Pillnitz mit seinen exotischen Dächern zeigt zudem das Interesse der Zeit an Asien, das auch im Chinesischen Schloss (Kina slott) in Drottningholm sichtbar wird.