John Soane
John Soane entwarf die Bank of England und sein eigenes Haus in London, das er zu einem Museum machte. Er vereinfachte klassische Formen zu Linien und Scheiben und arbeitete mit verborgenem Licht auf eine Weise, die auf die Moderne vorausweist.
John Soane wurde 1753 in Goring-on-Thames als Sohn eines Maurers geboren. Mit fünfzehn Jahren bekam er eine Stelle beim Architekten George Dance dem Jüngeren und danach bei Henry Holland. Er studierte an der Royal Academy und gewann 1776 eine Goldmedaille, die ihm ein Reisestipendium einbrachte. 1778–1780 reiste er nach Italien, wo er die Ruinen der Antike studierte und Piranesi traf. Zurück in England baute er zunächst Herrenhäuser und kleinere Landhäuser, bevor er 1788 zum Architekten der Bank of England ernannt wurde.
Fast fünfzig Jahre lang baute Soane die Bank of England zu einer gewaltigen Anlage mit Sälen um und aus, in die das Licht von oben durch Kuppeln und Laternen fiel. Er entwarf die Dulwich Picture Gallery, eines der ersten öffentlichen Kunstmuseen Englands, mit Oberlichtern in allen Sälen. Sein eigenes Haus in Lincoln's Inn Fields wurde zu einem Labor für Raum, Licht und Spiegel und zu einem Museum für seine Sammlungen. Ab 1806 war er Professor für Architektur an der Royal Academy und hielt Vorlesungen mit großen Illustrationen.
Soane starb 1837, nachdem er dafür gesorgt hatte, dass sein Haus als Museum erhalten blieb. Die Bank of England wurde in den 1920er-Jahren größtenteils abgerissen, ein Verlust, der oft als einer der größten in der Londoner Architekturgeschichte beschrieben wird. Sein vereinfachter Klassizismus, in dem die Ornamente zu eingeritzten Linien und die Wände zu Scheiben werden, gilt als Vorläufer der Moderne. Seine Art, Licht von oben zu führen und Räume zueinander hin zu öffnen, wurde von Architekten bis in unsere Zeit studiert.