James Stirling

James Stirling
Gorup de Besanez, CC BY-SA 3.0

James Stirling entwarf in den 1960er-Jahren scharfkantige Bauten aus Backstein und Glas und in den 1980er-Jahren verspielte postmoderne Museen. Die Neue Staatsgalerie in Stuttgart und No 1 Poultry in London zeigen seine Fähigkeit, Geschichte und Moderne zu mischen.

James Frazer Stirling wurde 1926 in Glasgow geboren und wuchs in Liverpool auf. Im Zweiten Weltkrieg diente er als Fallschirmjäger und landete 1944 in der Normandie. Er studierte Architektur an der Universität Liverpool und zog danach nach London. Dort gründete er 1956 mit James Gowan ein Büro. Ihre Wohnbauten in Ham Common in London und das Ingenieurgebäude der Universität Leicester mit Backstein, Glas und scharfen Winkeln machten sie bekannt.

Nach der Trennung von Gowan entwarf Stirling die Bibliothek der Historischen Fakultät in Cambridge und das Florey Building in Oxford. Ab 1971 arbeitete er mit Michael Wilford zusammen. Die 1984 eröffnete Neue Staatsgalerie in Stuttgart hat einen runden, unüberdachten Innenhof, Rampen, farbige Stahlgeländer und gestreiften Stein und wurde zu einem der wichtigsten Werke der Postmoderne. Er baute außerdem die Clore Gallery für die Turner-Gemälde in der Tate in London und plante No 1 Poultry, das nach seinem Tod fertiggestellt wurde.

Stirling erhielt 1981 den Pritzker-Preis. Im Juni 1992 wurde er geadelt und starb kurz darauf nach einer Operation. Er gilt als einer der wichtigsten britischen Architekten nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Stirling-Preis, der bekannteste Architekturpreis Großbritanniens, ist nach ihm benannt und wird seit 1996 vergeben.