No 1 Poultry

James Stirlings Bürohaus an der Ecke bei der Bank ist in rosa und gelbem Stein gestreift und hat einen Turm, der wie ein Schiffsbug vorspringt. Dem Bau ging ein langer Streit um den Denkmalschutz voraus. Es wurde zu einem der ersten postmodernen Häuser in England, die unter Schutz gestellt wurden.
Der Immobilienentwickler Peter Palumbo plante lange, eine Gruppe viktorianischer Häuser an der Kreuzung von Poultry und Queen Victoria Street abzureißen. Zunächst wollte er ein Hochhaus von Mies van der Rohe bauen, doch nach langwierigen Protesten und der Kritik von Prinz Charles wurde es nicht genehmigt. Stattdessen wurde James Stirling beauftragt. Er starb 1992, und das Haus wurde 1997 von seinem Partner Michael Wilford fertiggestellt.
Das Gebäude hat einen dreieckigen Grundriss mit einer Spitze zur Kreuzung hin, an der ein Turm vorspringt. Die Fassaden sind mit gestreiftem Stein in Rosa und Gelb verkleidet. Durch das Haus führt eine Passage mit einem runden Hof, der sich nach oben öffnet. Auf dem Dach liegt ein Garten mit Restaurant und Blick über die City. Die Formen sind klassisch inspiriert, aber verspielt, mit Zitaten sowohl aus der ägyptischen als auch aus der modernen Architektur.
No 1 Poultry wurde 2016 eines der jüngsten Gebäude in England, die als Kulturdenkmal geschützt sind. Es wurde dafür kritisiert, eine Gruppe schützenswerter viktorianischer Bauten ersetzt zu haben, und der Streit wurde zu einem wichtigen Fall für die britische Denkmalschutzdebatte. Das Gebäude ist eines der meistdiskutierten Werke der Postmoderne in London.