John Vanbrugh

John Vanbrugh war Soldat und Komödienautor, bevor er ohne jede Ausbildung Architekt wurde. Mit Hawksmoor als Mitarbeiter schuf er Castle Howard und den Blenheim Palace, die dramatischsten Schlösser des englischen Barock.
John Vanbrugh wurde 1664 in London in eine Familie mit flämischen Wurzeln geboren und wuchs in Chester auf. Er ging zur Armee und wurde 1688 in Frankreich als vermeintlicher Spion verhaftet. Er saß, unter anderem in der Bastille, bis 1692 im Gefängnis. Zurück in London wurde er ein erfolgreicher Dramatiker mit Komödien wie „The Relapse“ und „The Provoked Wife“. Ohne jede Ausbildung in Architektur erhielt er 1699 den Auftrag, Castle Howard für den Earl of Carlisle zu entwerfen, einen Freund aus Theaterkreisen.
Castle Howard mit seiner Kuppel wurde sein Durchbruch, und er arbeitete eng mit Nicholas Hawksmoor zusammen, der das technische Wissen beisteuerte. 1705 erhielt er den Auftrag, den Blenheim Palace für den Herzog von Marlborough zu bauen. Der Bau litt unter Geldmangel und Konflikten mit der Herzogin, die ihn 1716 entließ. Er entwarf außerdem Seaton Delaval Hall und King's Weston und gehörte zur Leitung des Bauamts. In Greenwich baute er sich ein eigenes kleines Schloss, Vanbrugh Castle, mit Türmen und Mauern, die an eine mittelalterliche Burg erinnern.
Vanbrugh starb 1726. Seine Architektur mit schweren Massen, dramatischen Silhouetten und starken Kontrasten war so inszeniert wie seine Theaterstücke. Sie wurde von den Palladianern kritisiert, die ruhigere Formen bevorzugten, hat aber neue Wertschätzung erfahren. Vanbrugh war zudem einer der Ersten, die dafür eintraten, alte Gebäude wegen ihres historischen und pittoresken Werts zu erhalten, als er das mittelalterliche Woodstock Manor bei Blenheim retten wollte. Zusammen mit Wren und Hawksmoor gilt er als einer der großen Namen des englischen Barock.