Peter Zumthor

Peter Zumthor
CaseyJNewell, CC BY-SA 4.0

Peter Zumthor arbeitet von einem kleinen Dorf in Graubünden aus und baut wenige, aber sorgfältig durchgearbeitete Gebäude. Die Therme Vals und die Bruder-Klaus-Kapelle zeigen eine Architektur aus Material, Licht und Stimmung.

Peter Zumthor wurde 1943 in Basel als Sohn eines Möbeltischlers geboren und erlernte das Tischlerhandwerk. Er studierte Gestaltung in Basel und am Pratt Institute in New York. Ab 1968 arbeitete er zehn Jahre lang bei der Denkmalpflege des Kantons Graubünden, wo er alte Gebäude inventarisierte und restaurierte. Das gab ihm tiefe Kenntnisse lokaler Materialien und Handwerkstechniken. 1979 eröffnete er sein eigenes Büro in Haldenstein, einem Dorf bei Chur.

Zumthors frühe Werke waren Schutzbauten für römische Ausgrabungen in Chur und die Kapelle Sogn Benedetg in Sumvitg, eine Kapelle aus Holzschindeln. Die Therme Vals, 1996, machte ihn berühmt. Das Kunsthaus Bregenz in Österreich ist ein leuchtender Glaskubus, und das Kolumba-Museum in Köln ist auf den Ruinen einer gotischen Kirche errichtet. Die Bruder-Klaus-Kapelle in Mechernich wurde aus Beton um Baumstämme gegossen, die danach ausgebrannt wurden. In Norwegen entwarf er gemeinsam mit der Künstlerin Louise Bourgeois die Gedenkstätte für die Hexenprozesse in Vardø. Außerdem hat er einen Neubau für das Los Angeles County Museum of Art entworfen.

Zumthor erhielt 2009 den Pritzker-Preis. Er hat die Bücher „Architektur denken“ und „Atmosphären“ geschrieben, in denen er beschreibt, wie Architektur mit allen Sinnen erlebt wird. Er arbeitet mit einem kleinen Büro und lehnt viele Aufträge ab. Seine Arbeitsweise hat Architekten inspiriert, die zu Material und Handwerk zurückkehren wollen, nicht zuletzt im Norden.