Therme Vals

Therme Vals, Vals, Graubünden
7132 hotel, Public domain

Zumthors Bad in einem Bergdorf ist aus dünnen Platten lokalen Gneises gebaut, gestapelt wie ein ausgehöhlter Berg. Das Licht fällt durch schmale Schlitze in der Decke ein. Jedes Becken hat seine eigene Temperatur, sein eigenes Licht und seinen eigenen Klang.

Vals in Graubünden besitzt eine warme Quelle, und die Gemeinde kaufte in den 1980er-Jahren ein altes Hotel, das ein neues Bad brauchte. Peter Zumthor erhielt den Auftrag, und das Bad wurde 1993–1996 gebaut. Es liegt teilweise im Hang, mit einer grasbewachsenen Fläche obenauf, sodass es sich in die Landschaft einfügt.

Das Bad besteht aus etwa 60.000 Gneisplatten aus einem nahe gelegenen Steinbruch. Sie sind in Lagen verlegt, mit Beton im Inneren, sodass die Wände wie geschichteter Fels aussehen. Das Gebäude besteht aus einer Reihe von Blöcken, wobei jeder Block einen Raum enthält: ein warmes Bad, ein kaltes Bad, ein Bad mit Blüten, einen Raum für Klang. Zwischen den Blöcken liegen Schlitze, durch die das Licht fällt. Alles ist auf den Körper ausgerichtet: die Temperatur des Wassers und des Steins, der Klang, die Dunkelheit und das Licht.

Die Therme Vals wurde schon wenige Jahre nach der Eröffnung als Kulturdenkmal geschützt. Sie machte Zumthor weltberühmt und zählt zu den wichtigsten Gebäuden der 1990er-Jahre. Zumthor erhielt 2009 den Pritzker-Preis. Das Bad zeigt, dass Architektur eher von Sinnen und Atmosphäre handeln kann als von Form.