Cuvilliés-Theater

Cuvilliés-Theater, Residenz, München
Maximilian Dörrbecker (Chumwa), CC BY-SA 3.0

Das Hoftheater in München ist ein Schmuckkästchen in Rot, Gold und Elfenbein. Cuvilliés entwarf es in den 1750er-Jahren, und es gilt als eines der schönsten Rokokotheater der Welt. Im Krieg wurde die Ausstattung abgebaut und gesichert, und deshalb ist sie heute zu sehen.

Kurfürst Maximilian III. Joseph von Bayern ließ bei der Residenz ein neues Opernhaus bauen, nachdem das ältere abgebrannt war. François de Cuvilliés, der als Hofnarr begonnen hatte und Hofarchitekt geworden war, entwarf das Theater, das 1751–1753 erbaut wurde. Hier wurde 1781 Mozarts Oper „Idomeneo“ uraufgeführt. Das Theater war ein Hoftheater, und die Anordnung der Logen spiegelte die Rangordnung des Hofes wider.

Der Zuschauerraum hat vier Logenreihen in Hufeisenform um das Parkett. Die Logen sind in Rot, Gold und Weiß mit geschnitzten Rocailles, Girlanden, Musikinstrumenten und Masken verziert. Die Kurfürstenloge liegt gegenüber der Bühne und ist am reichsten ausgestattet. Alles ist aus Holz gebaut, was gut für die Akustik war, das Theater aber feuergefährlich machte. Der Raum ist klein und intim und bietet Platz für etwa 500 Zuschauer.

Als alliierte Bomben 1943 München bedrohten, wurde die geschnitzte Ausstattung abgebaut und in Sicherheit gebracht. Das alte Theatergebäude wurde kurz darauf zerstört. Nach dem Krieg wurde das Interieur 1958 in einem anderen Teil der Residenz wieder aufgebaut. Das Theater wurde erneut restauriert und 2008 wiedereröffnet. Das Cuvilliés-Theater zeigt, wie das Rokoko die Architektur in ein spielerisches Ornament verwandelte, und es wird noch immer für Oper und Schauspiel genutzt.