Farnsworth House

Ein Glashaus, das über einer Wiese am Fox River schwebt, getragen von acht weißen Stahlstützen. Die Wände bestehen vollständig aus Glas, und nur ein Kern mit Bad und Küche gliedert den Raum. Das Haus ist Mies’ Gedanke des Beinahe-Nichts in seiner reinsten Form.
Die Ärztin Edith Farnsworth gab 1945 bei Mies van der Rohe ein Wochenendhaus in Auftrag. Es wurde 1950 bis 1951 auf einem Grundstück am Fox River außerhalb von Chicago gebaut. Während des Baus verschlechterte sich das Verhältnis zwischen Bauherrin und Architekt zunehmend, und die Kosten stiegen. Es endete in einem Rechtsstreit, und Farnsworth kritisierte das Haus später öffentlich als unbewohnbar.
Das Haus besteht aus zwei waagerechten Platten, Boden und Dach, die von acht außen angeschweißten Stahlstützen gehalten werden. Der Boden liegt etwa anderthalb Meter über dem Gelände, um Überschwemmungen standzuhalten. Die Wände sind aus Glas, und der Raum wird nur von einem Kern mit zwei Bädern, Küche und Installationen gegliedert. Draußen liegt eine Terrasse. Der Stahl ist geschliffen und weiß gestrichen, sodass die Fugen nicht zu sehen sind. Mies wollte, dass das Haus die Natur zu einem Teil des Raums werden lässt.
Der Fluss hat das Haus mehrfach überflutet, und es wurde restauriert. Heute ist das Haus ein Museum. Es inspirierte Philip Johnsons Glass House, das zwar früher fertig wurde, aber in Kenntnis von Mies’ Plänen gebaut wurde. Das Farnsworth House ist zu einer der bekanntesten Ikonen der Moderne geworden und zugleich zu einem Beispiel für den Konflikt zwischen den Ideen des Architekten und den Bedürfnissen der Bauherrin.