Domkirche Helsinki

Die weiße Kirche mit grünen Kuppeln krönt den Senatsplatz, mitten in Engels neuer Hauptstadt. Sie hat die Form eines griechischen Kreuzes mit einer Tempelportikus auf jeder Seite. Zusammen mit dem Senatsgebäude und der Universität bildet sie den geschlossensten klassizistischen Platz des Nordens.
Als Finnland 1809 ein Großfürstentum unter russischer Herrschaft wurde, verlegte man die Hauptstadt 1812 von Turku nach Helsinki. Der in Deutschland geborene Architekt Carl Ludwig Engel erhielt den Auftrag, der Stadt ein monumentales Zentrum zu geben, und entwarf die meisten Gebäude rund um den Senatsplatz. Die Kirche, damals nach Zar Nikolaus I. Nikolaikirche genannt, wurde ab 1830 gebaut. Engel starb 1840, und die Arbeiten wurden von Ernst Lohrmann vollendet, der die Pläne änderte. Die Kirche wurde 1852 geweiht.
Der Grundriss ist ein griechisches Kreuz mit vier gleich langen Armen, und jeder Arm endet in einer Portikus mit korinthischen Säulen und einem Giebel. Über der Mitte erhebt sich ein hoher Tambour mit einer grünen Kuppel. Lohrmann fügte vier kleinere Kuppeln in den Ecken hinzu, eine Änderung, die die Ähnlichkeit mit russischen Kirchen verstärkte und die Engel nicht geplant hatte. Er ließ auch Statuen der Apostel auf dem Dach aufstellen. Der Kirchenraum ist hell und schlicht, ganz in der lutherischen Tradition. Die große Treppe hinunter zum Platz wurde Teil des öffentlichen Raums der Stadt.
Nach der Unabhängigkeit Finnlands 1917 wurde die Kirche in Große Kirche umbenannt, und seit 1959 ist sie die Domkirche des Bistums Helsinki. Die Treppe wird für Konzerte und Versammlungen genutzt, und an Silvester und bei Studentenfeiern versammeln sich hier die Menschen. Der Senatsplatz mit der Kirche, dem Senatsgebäude und dem Hauptgebäude der Universität ist eines der vollständigsten Beispiele klassizistischer Stadtplanung im Norden. Engels Werk trug Helsinki den Beinamen „Weiße Stadt des Nordens“ ein.