Palau de la Música Catalana

Palau de la Música Catalana, Barcelona
MarisaLR, CC BY-SA 4.0

Das Konzerthaus des katalanischen Chorgesangs ist einer der farbenprächtigsten Räume des Modernisme. Die Wände bestehen fast vollständig aus Glas, und an der Decke hängt eine riesige Kuppel aus Glasmalerei wie eine Sonne. Skulpturen von Musikern und Walküren drängen aus dem Rahmen der Bühne.

Der Orfeó Català, ein 1891 gegründeter Chorverein, wünschte sich ein eigenes Konzerthaus. Er beauftragte Lluís Domènech i Montaner, der auch Politiker und Lehrer an der Architekturschule war. Das Haus wurde 1905 bis 1908 im alten Stadtviertel Sant Pere auf einem engen Grundstück gebaut. Der Bau wurde von den Mitgliedern des Vereins und von Mäzenen finanziert. Er wurde zum Ausdruck der katalanischen kulturellen Wiedergeburt, der Renaixença, und des katalanischen Modernisme.

Domènech verwendete ein Stahlskelett, das es ermöglichte, die Wände durch Glas zu ersetzen. Der Saal erhält deshalb Tageslicht von den Seiten und von einer großen Kuppel aus Glasmalerei in der Decke. Alles ist dekoriert: Säulen mit Blumen aus Keramik, Rosen an der Decke, Mosaike und Skulpturen. Auf der einen Seite der Bühne ist unter einem Baum eine Büste des katalanischen Komponisten Anselm Clavé zu sehen, auf der anderen Beethoven und Walküren aus Wagners Oper. Hinter der Bühne treten achtzehn Musen aus der Wand hervor, mit Körpern aus Mosaik und Köpfen in Relief. Die Fassade hat mosaikverkleidete Säulen und eine große Skulpturengruppe, die das katalanische Volkslied darstellt.

Das Konzerthaus wurde in den 1980er- und 1990er-Jahren vom Architekten Óscar Tusquets erweitert und renoviert. 1997 wurde es zusammen mit Domènechs Krankenhaus Sant Pau zum Welterbe. Heute finden hier Hunderte von Konzerten im Jahr statt. Der Palau de la Música zeigt, wie sich die Ornamentik des Jugendstils und neue Materialien wie Stahl und Glas in einem Gebäude verbinden ließen, das zugleich ein politisches und kulturelles Manifest war.