Palazzo Rucellai

Albertis Fassade für den Kaufmann Giovanni Rucellai war die erste an einem Privatpalast, bei der die Säulenordnungen nach römischem Vorbild Geschoss für Geschoss übereinander angeordnet wurden. Die Fassade wurde zum Modell für Paläste in ganz Europa.
Alberti war Humanist und Theoretiker und schrieb das erste große Architekturbuch seit Vitruv, „De re aedificatoria“. In der Fassade des Palazzo Rucellai setzte er seine Ideen um: die Ordnungen des Kolosseums übereinander, hier in flacher Form, als Raster aus Pilastern und Gesimsen, das die ganze Wand gliedert. Fenster und Abstände folgen einfachen Proportionen.
Verglichen mit dem Palazzo Medici, der zur selben Zeit gebaut wurde und mit seiner groben Rustika und seinem wehrhaften Aussehen auftritt, ist Rucellais Fassade ruhig und intellektuell. Sie drückt eine neue Sicht auf Architektur aus, als System von Maß und Ordnung statt von Masse und Kraft. Dem Palast gegenüber liegt die Loggia dei Rucellai, wo die Familie Feste feierte, und in der Nähe Albertis Fassade für Santa Maria Novella, die ebenfalls von Rucellai bezahlt wurde.