Salk Institute

Zwei parallele Laborgebäude wenden sich einem leeren Hof aus Travertin zu, in dem eine schmale Wasserrinne den Blick zum Pazifik lenkt. Kahn nannte den Hof eine Fassade zum Himmel. Der rohe Beton und das Teakholz altern schön im scharfen Licht.
Jonas Salk, der einen Impfstoff gegen Polio entwickelt hatte, gründete ein Institut für biologische Forschung und beauftragte 1959 Louis Kahn. Er wünschte sich ein Gebäude, das Picasso gern besuchen würde. Der Bau dauerte von 1962 bis 1965. Kahn arbeitete lange am Plan und änderte ihn mehrfach; die endgültige Lösung bestand aus zwei gespiegelten Laborgebäuden zu beiden Seiten eines Hofs.
Die Labore sind große, offene Räume ohne Stützen, und zwischen ihnen liegen Installationsgeschosse, in denen Rohre und Leitungen umgebaut werden können, ohne die Forschung zu stören. Zum Hof hin stehen kleine Türme mit Arbeitsräumen für die Forscher, mit schräg zum Meer gestellten Fenstern und Paneelen aus Teak. Der Hof besteht aus Travertin und ist nahezu vollständig leer. Kahn ließ sich vom mexikanischen Architekten Luis Barragán beraten, der vorschlug, den Hof ohne Bäume zu belassen. Eine schmale Wasserrinne führt durch den Hof zum Meer. Der Beton wurde mit großer Sorgfalt gegossen, und die Löcher von den Schalungsbolzen blieben sichtbar.
Das Salk Institute gilt als Kahns Meisterwerk und als eines der wichtigsten Gebäude der Nachkriegszeit. Das Teakholz wurde restauriert, und in den 1990er-Jahren entstand ein Anbau. Der Hof ist einer der berühmtesten Orte der Architektur des 20. Jahrhunderts und zeigt Kahns Fähigkeit, aus einfachen Materialien und Licht etwas beinahe Geistiges zu machen.