St Paul’s Cathedral

St Paul’s Cathedral, London
Mark Fosh, CC BY 2.0

Nach dem Großen Brand von 1666 musste Wren große Teile der Londoner Kirchen neu entwerfen. Die Kuppel von St Paul’s sind eigentlich drei: eine innere Kuppel, ein Kegel aus Ziegeln, der die Laterne trägt, und eine äußere Kuppel aus Holz und Blei. Die Kirche wurde 1711 für vollendet erklärt und war lange das höchste Gebäude Londons.

Die mittelalterliche Kathedrale wurde beim Großen Brand von London 1666 zerstört. Christopher Wren, der Astronom und Mathematiker gewesen war, bevor er Architekt wurde, erhielt den Auftrag, eine neue zu entwerfen. Sein erster Vorschlag war eine Zentralkirche in Form eines griechischen Kreuzes, von der ein großes Modell erhalten ist, doch die Geistlichkeit wollte eine traditionelle Langhauskirche. Der 1675 genehmigte Plan gab Wren die Freiheit, während der Arbeiten Änderungen vorzunehmen, und er änderte vieles. Der Grundstein wurde 1675 gelegt, und die Kirche wurde 1711 für vollendet erklärt. Der Bau wurde unter anderem durch eine Steuer auf Kohle finanziert, die nach London gebracht wurde. Das Gebäude ist aus Portlandstein errichtet, einem hellen Kalkstein aus Südengland. Wren selbst liegt in der Krypta begraben.

Der Grundriss ist ein lateinisches Kreuz mit einer Kuppel über der Vierung. Die Seitenschiffe sind niedrig, doch nach außen wird das durch hohe Fassadenwände im Obergeschoss verborgen, die auch die Strebebögen verdecken. Die Kuppel besteht aus drei Teilen: der inneren Kuppel, die von innen einen ausgewogenen Raum ergibt, einem Kegel aus Ziegeln, der die schwere Laterne trägt, und der äußeren Kuppel aus Holz und Blei, die die hohe Silhouette ergibt. Im Inneren der Kuppel verläuft die Flüstergalerie, in der der Schall um die Wand getragen wird. Die Westfassade hat einen zweigeschossigen Portikus mit gepaarten korinthischen Säulen und zwei Türme mit barocken Formen. Die Ausstattung umfasst geschnitztes Chorgestühl von Grinling Gibbons und Schmiedearbeiten von Jean Tijou, und die Kuppel trägt Grisaille-Malereien von James Thornhill.

Beim deutschen Bombenangriff auf London 1940–1941 wurde die Kathedrale getroffen, aber von freiwilligen Brandwachen gerettet, und das Bild der Kuppel, die sich über dem Rauch erhebt, wurde zu einem Symbol für die Widerstandskraft der Stadt. Eine Bombe beschädigte den Ostteil, und der Hochaltar wurde nach dem Krieg durch einen neuen Baldachinaltar ersetzt. In der Krypta ruhen unter anderen Nelson und Wellington. Die Kathedrale war Schauplatz von Staatsbegräbnissen wie dem Churchills 1965 und von königlichen Hochzeiten. Zwischen den 1990er-Jahren und den 2010er-Jahren wurden Fassaden und Innenraum gereinigt. Der Blick auf die Kuppel wird noch immer durch Vorschriften für Hochhäuser in London geschützt. Wrens Kuppel wurde Vorbild für viele spätere Kuppeln, unter anderem das Panthéon in Paris und das Kapitol in Washington, und sie zeigte, wie der englische Barock klassische Ordnung mit gotischer Technik verbinden konnte.