Vierzehnheiligen
Die Wallfahrtskirche der vierzehn Nothelfer ist einer der großen Räume des süddeutschen Rokoko. Von außen wirkt sie wie eine Barockkirche, doch im Inneren bilden ineinander übergehende ovale Räume einen hellen, weißen und goldglänzenden Raum mit einem Gnadenaltar mitten im Langhaus.
Der Legende nach erschienen die vierzehn Nothelfer, Heilige, die man in verschiedenen Nöten anrief, im 15. Jahrhundert einem Hirten an diesem Ort. Die neue Kirche entwarf Balthasar Neumann, der auch die Residenz in Würzburg geplant hatte. Als der Bau nach einem anderen Plan bereits begonnen hatte, verlegte er den Mittelpunkt der Kirche so, dass der Ort der Erscheinung mitten im Langhaus unter einem großen Oval zu liegen kam.
Neumann ordnete den Raum als Folge von Ellipsen und Kreisen, und die Gewölbe folgen ihnen, statt den Wänden zu folgen. So entsteht ein Raum, in dem sich die Grenzen auflösen und das Licht aus vielen Richtungen hereinströmt. Den Stuck und die Altäre schufen Johann Michael Feichtmayr und Johann Georg Übelhör. Vierzehnheiligen ist eines der vollendeten Beispiele dafür, wie das Rokoko Architektur, Skulptur und Malerei zu einem Ganzen verband.