Würzburger Residenz

Würzburger Residenz, Würzburg, Bayern
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Die Fürstbischöfe von Würzburg bauten einen der größten Barockpaläste Europas. Balthasar Neumanns Treppenhaus wird von einem stützenlosen Gewölbe überspannt, und darauf malte Giovanni Battista Tiepolo das größte Deckenfresko der Welt. Das Gewölbe überstand die Bombardierung 1945.

Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn wollte einen Palast anstelle der alten Burg auf dem Marienberg. Der junge Balthasar Neumann erhielt den Auftrag, und der Bau begann 1720. Die Pläne wurden von Architekten aus Paris und Wien geprüft, darunter Robert de Cotte, Germain Boffrand und Lukas von Hildebrandt. Das Gebäude war 1744 fertig, doch die Ausstattung zog sich noch viele Jahre hin. Der Venezianer Tiepolo und seine Söhne malten 1751–1753 das Treppenhaus und den Kaisersaal aus.

Der Palast hat einen hufeisenförmigen Grundriss um einen großen Hof. Das Treppenhaus ist etwa 30 Meter lang und 18 Meter breit und wird von einem einzigen Gewölbe ohne Pfeiler überspannt. Viele glaubten, es werde einstürzen, doch Neumann war sich seiner Konstruktion sicher. Tiepolos Fresko, rund 600 Quadratmeter groß, zeigt die vier Erdteile Europa, Asien, Afrika und Amerika, und mitten in Europa ist der Fürstbischof selbst zu sehen. Beim Hinaufgehen der Treppe erschließt sich das Fresko Schritt für Schritt, ein Beispiel dafür, wie der Barock das Erleben des Besuchers lenkte. Hofkirche und Kaisersaal sind erfüllt von Stuck, Gold und Malerei.

Bei der Bombardierung Würzburgs im März 1945 brannten große Teile des Palastes, doch die Gewölbe von Treppenhaus und Kaisersaal hielten, und die Fresken wurden gerettet. Der Bau wurde in Etappen wiederaufgebaut, und die zerstörten Räume wurden rekonstruiert. 1981 wurde die Residenz Welterbe. Sie gilt als einer der Höhepunkte des süddeutschen Barock, in dem Architektur, Skulptur und Malerei zusammenwirken.