Die Großmachtzeit

Als europäische Großmacht brauchte Schweden Paläste, Kirchen und Städte, die sich mit denen des Kontinents messen konnten. Die Tessins brachten den römischen und den französischen Barock nach Stockholm.

In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts kamen die Impulse aus den Niederlanden: Backstein mit hellen Steindetails und neue Städte wie Göteborg, 1621 mit Kanälen nach holländischem Vorbild angelegt. Das Ritterhaus (Riddarhuset), das Versammlungshaus des Adels, wurde ab den 1640er-Jahren mit Mansarddach und Pilastern errichtet.

Nicodemus Tessin der Ältere entwarf Drottningholm und den Dom zu Kalmar, und sein Sohn Tessin der Jüngere entwarf nach dem Brand von 1697 ein neues Stockholmer Schloss, eine schwedische Deutung römischer Palastarchitektur. Das Schloss wurde erst 1754 fertig.

Auf dem Land baute der Adel Herrenhäuser und Paläste. Das Säteridach, mit einer senkrechten Fensterreihe zwischen zwei Dachflächen, wurde zu einem schwedischen Kennzeichen.