Konsoltisch im Rokoko

Ein vergoldeter Wandtisch mit Marmorplatte – Teil der Gesamtheit aus Spiegeln, Boiserien und Schnitzwerk im Rokokoraum.
Der Konsoltisch war kein Möbel, das umhergeschoben wurde, sondern Teil der Wand. In den Paraderäumen des Rokoko entwarf der Architekt Tisch, Spiegel, Boiserien und Deckenleisten als Einheit, und der Tisch wurde unter dem Spiegel zwischen den Fenstern befestigt.
Die Formen kamen aus Paris, wo Ornamentzeichner wie Nicolas Pineau und Juste-Aurèle Meissonnier die Rocaillen in Stichen über ganz Europa verbreiteten. François de Cuvilliés, der in Paris ausgebildet worden war, brachte den Stil nach München: Im Spiegelsaal der Amalienburg von 1734–1739 sind Tische, Spiegel und versilberter Stuck Teile desselben Raumes.
Material: Geschnitztes und vergoldetes Holz, oft Linde oder Eiche; Marmorplatte
Verarbeitung: Von Bildhauern geschnitzt und auf Kreidegrund mit Blattgold vergoldet. Der Tisch wurde unter einem Spiegel an der Wand befestigt.
Asymmetrische Rocaillen – Muschel- und Wellenformen – in der Mitte der Zarge.
Geschwungene, S-förmige Beine, die in Voluten enden und sich in einem Steg mit Kartusche treffen.
Nur die Vorderseite ist ausgearbeitet: Der Tisch ist dafür gemacht, unter einem Spiegel an der Wand zu stehen.