El Greco

El Greco
El Greco, Public domain

Der Kreter in Toledo.

Domenikos Theotokopoulos wurde auf Kreta geboren, bildete sich in Venedig und Rom aus und ließ sich in Toledo nieder. Sein geistiger, flammender Stil war einzigartig und wurde erst von den Modernen wiederentdeckt.

El Greco, „der Grieche“, hieß eigentlich Domenikos Theotokopoulos und wurde 1541 in Candia, dem heutigen Heraklion, auf Kreta geboren. Die Insel gehörte damals zu Venedig. Er wurde in der byzantinischen Tradition zum Ikonenmaler ausgebildet und war Anfang der 1560er-Jahre ein anerkannter Meister auf Kreta. Um 1567 reiste er nach Venedig, wo er Tizian und Tintoretto studierte.

1570 zog er nach Rom und verkehrte im Kreis der mächtigen Familie Farnese. Dort hatte er Schwierigkeiten, große Aufträge zu erhalten. Einer zeitgenössischen Überlieferung zufolge soll er angeboten haben, Michelangelos „Jüngstes Gericht“ neu zu malen, was ihn nicht beliebt machte. 1577 siedelte er nach Toledo in Spanien über. Dort erhielt er Aufträge vom Dom und von Kirchen der Stadt. Er hoffte, Hofmaler Philipps II. zu werden, doch der König war mit einem Gemälde unzufrieden, das er für das Kloster El Escorial bestellt hatte, und El Greco blieb für den Rest seines Lebens in Toledo.

Sein bekanntestes Werk ist „Das Begräbnis des Grafen von Orgaz“ von 1586–88, das noch immer in der Kirche Santo Tomé in Toledo hängt. Der untere Teil zeigt ein feierliches Begräbnis mit realistischen Porträts der Adligen der Stadt, der obere Teil den Himmel, in dem die Seele empfangen wird. Er malte auch die „Ansicht von Toledo“, heute im Metropolitan Museum in New York, eine der ersten reinen Stadtlandschaften der spanischen Kunst, mit dunklem, stürmischem Himmel.

El Grecos Stil ist einzigartig. Die Figuren sind lang gestreckt und scheinen nach oben zu flammen. Die Farben sind kalt und scharf, und das Licht scheint von innen zu kommen. Er verband die byzantinische Tradition, die venezianische Farbmalerei und die verzerrten Proportionen des Manierismus. Er lebte mit Jerónima de las Cuevas zusammen, die er nie heiratete, und sie bekamen den Sohn Jorge Manuel, der Maler und Architekt wurde. Er starb 1614 in Toledo.

Nach seinem Tod galt er lange als sonderbar und geriet fast in Vergessenheit. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurde er von Künstlern wie Manet, Cézanne und Picasso wiederentdeckt, und die Expressionisten sahen in ihm einen Vorläufer.