Ogata Kōrin
Der Meister der Schwertlilien.
Ogata Kōrin war der Sohn eines Textilhändlers und erneuerte den Rinpa-Stil. Er malte Stellschirme, Lackarbeiten und Textilmuster.
Ogata Kōrin wurde 1658 in Kyoto geboren. Seine Familie führte Kariganeya, ein angesehenes Textilgeschäft, das Stoffe für die Kaiserin und den höheren Adel lieferte. Die Familie war entfernt mit Hon'ami Kōetsu verwandt. Kōrin wuchs zwischen schönen Stoffen, Teezeremonie und Nō-Theater auf und lernte im Stil der Kanō-Schule zu malen.
Nach dem Tod des Vaters erbten Kōrin und sein Bruder ein großes Vermögen, doch Kōrin führte ein verschwenderisches Leben und brachte das Geld durch. Daraufhin begann er zu malen, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Sein jüngerer Bruder Ogata Kenzan wurde ein bekannter Keramiker, und die Brüder arbeiteten zusammen: Kōrin malte Motive auf Kenzans Keramikteller. 1701 erhielt Kōrin einen Ehrentitel und arbeitete einige Jahre in Edo, dem heutigen Tokio, bevor er nach Kyoto zurückkehrte. Er starb 1716.
Kōrin ließ sich von Sōtatsu inspirieren und entwickelte den Rinpa-Stil weiter. Sein bekanntestes Werk sind die „Schwertlilien“, ein Paar sechsteiliger Stellschirme im Nezu-Museum in Tokio, wahrscheinlich aus dem frühen 18. Jahrhundert. Blaue und grüne Schwertlilien stehen in Gruppen vor einem Goldgrund. Er verwendete fast so etwas wie Schablonen, um die Blüten zu wiederholen, sodass sie einen Rhythmus wie in einem Textilmuster bilden. Das Bild spielt auf eine berühmte Episode der klassischen Ise-Erzählungen an. Ein weiteres Meisterwerk ist das Stellschirmpaar „Rote und weiße Pflaumenblüten“ im MOA Museum in Atami, auf dem ein stilisierter Fluss zwischen zwei Bäumen hindurchfließt.
Kōrin schuf auch Lackobjekte, Fächer und Textilmuster. Seine stilisierten Wellen, Pflaumenblüten und Schwertlilien wurden so beliebt, dass man sie Kōrin-Muster nannte; sie wurden in großem Umfang auf Kimonos und Gebrauchsgegenständen verwendet.
Ein Jahrhundert nach seinem Tod weckte der Maler Sakai Hōitsu neues Interesse an ihm, und nach Kōrin hat die Rinpa ihren Namen erhalten. Seine dekorative, vereinfachte Formensprache hat auch den europäischen Jugendstil und das moderne Design beeinflusst.